G-BA Zweitmeinung jetzt auch vor Wirbelsäulen-Operationen

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G-BA und Qualitätsmanagement

Einen Anspruch auf ein Zweitmeinungsverfahren (ZM) haben GKV-Patienten künftig auch bei Operationen an der Wirbelsäule. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die ZM-Richtlinie um die inzwischen sechste Indikation ergänzt.

Künftig gibt es bei insgesamt sechs Indikationen die Möglichkeit auf ein Zweitmeinungsverfahren für GKV-Patientinnen und -Patienten. – © H_Ko (stock.adobe.com)

Schnell und ohne Diskussionen hat das Gremien in seiner Sitzung den Punkt durchgewunken. Danach können gesetzlich versicherte Patienten und Patientinnen vor bestimmten planbaren operativen Eingriffen an der Wirbelsäule durch „unabhängige und besonders qualifizierten Fachärzte“ prüfen lassen, ob die empfohlene Operation medizinisch notwendig ist und sich mögliche alternative Therapien aufzeigen lassen. Zu den Operationen an der Wirbelsäule, für die das Zweitmeinungsverfahren eingeführt wird, zählen

  • die dynamische und statische Stabilisierung (Osteosynthese und Spondylodese),
  • die knöcherne Druckentlastung (Dekompression),
  • Facettenoperationen,
  • Verfahren zum Einbringen von Material in einen Wirbelkörper,
  • Entfernung von Bandscheibengewebe (Exzision) sowie
  • das Einsetzen einer künstlichen Bandscheibe (Bandscheibenendoprothese).

Die ZM-Richtlinie umfasst nun insgesamt sechs Indikationen.

Wird der G-BA-Beschluss vom Bundesgesundheitsministerium nicht innerhalb der nächsten zwei Monate beanstandet, tritt die Änderung der ZM-Richtlinie in Kraft. Ambulant oder stationär tätige Ärztinnen und Ärzte können nach Inkrafttreten des Beschlusses bei den Kassenärztlichen Vereinigungen eine Genehmigung als Zweitmeinungsgebende beantragen und die Leistung zulasten der gesetzlichen Krankenkassen anbieten. Über die Website des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (www.116117.de/zweitmeinung) besteht die Möglichkeit Expertinnen und Experten für die Zweitmeinung zu finden.

Zusätzlich im Fokus: Darmkrebsscreening

Der G-BA hat zudem entschieden, dass das Darmkrebsscreening sowie die die Informationsmaterialien dazu überarbeitet werden sollen. Dazu wurde das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen mit einer Leitlinienrecherche beauftragt.