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ZUKEdigital Kongress 2021 Corona, Nachhaltigkeit und Networking: Zweiter virtueller Kongress für Einkäufer

Was hat der Klinikeinkauf von der Digitalisierung? Kann er vielleicht sogar Treiber digitaler Entwicklungen werden? Und wie spielt das Krankenhauszukunftsgesetz in die Entwicklung hinein? Das Online-Netzwerk für Klinikeinkäufer hat mit dem virtuellen Kongress ZUKEdigital versucht, mit Beispielen aus der Praxis Antworten zu finden.

Topic channels: Einkauf, KHZG und Digitalisierung

Was treibt eigentlich die Digitalisierung an? Sind es technische Entwicklungen, finanzielle Möglichkeiten, wie das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) oder ist es der Mensch, der mit seinen Ideen versucht Probleme anzugehen, Neues zu etablieren, Geld zu sparen oder Arbeitsabläufe zu optimieren? Nach dem Kongress ZUKEdigital, der am 3. März zum zweiten Mal virtuell stattgefunden hat, könnte man sagen: Ja, das alles sind Treiber der Digitalisierung. Und es gibt noch einen: die Corona-Pandemie, wegen der auch dieser Kongress letzten Endes zu seiner digitalen Form gefunden hat.

Das Wissen teilen

"Der erste Digital-Kongress war schon ein Erfolg, inzwischen ist die Community auf über 50 Teilnehmer gewachsen", freut sich Veranstalter Stefan Krojer. "Alle teilen ihr Wissen mit allen. Das ist in einer schnelllebigen Welt unheimlich wichtig und letztlich entscheidend."

Wie kann sich der Einkauf wandeln um zukunftsfähig zu sein? Die Frage stellt Jeremy Dähn an den Beginn seines Vortrags. Dähn ist Leiter Innovation und Digitalisierung bei der Johanniter GmbH. Für ihn ist das Wichtigste die Vernetzung. Krankenhausträger sollten ihre Fragen, Ideen und Erfolge teilen, sagt er. "Der Austausch im digitalen Bereich ist unabdingbar. Wenn das nicht passiert, dann werden die Googles, Facebooks, Apples und Amazons dieser Welt in den deutschen Klinikmarkt eindringen".

Softwarelösungen für den Einkauf

Für Dähn ist auch das KHZG ein Schritt in die richtige Richtung: "Am Anfang hatte jeder Angst, dass nur noch Da Vincis gekauft werden und das Geld dann weg ist, aber es wurde viel auf Software gesetzt und das ist gut"

Die Kliniken Region Hannover (KRH), die u.a. mit ScanProCare! oder der Messenger App Siilo viel mit digitalen Hilfen arbeiten, sind gerade in der Testphase einer App, die das Bestellen und die Rückgabe von Leihbetten auf der Intensivstation vereinfachen soll. Die KRH arbeiten hier mit dem Hersteller von Matratzen und Krankenhausbetten Hillrom zusammen.

Auch um das Bettenmanagement geht es dem Münchener Softwareentwickler Clinaris. Er will mit seiner Lösung das Bettenmanagement optimieren: Per QR-Codescanner könne Betten als rein, unrein oder auch beschädigt gemeldet werden. Mit Echtzeitdaten kann die Bettenaufbereitung auf den Bedarf auf den Stationen reagieren. Das ist papierlos und spart v.a. Zeit.

Der Fachverband für Einkäufer, Materialwirtschaftler und Logistiker im Krankenhaus, femak, vernetzt Hersteller und Kliniken auf einer Plattform miteinander. Dort können sich Einkäufer über Preisentwicklungen informieren, Kliniken können Material anbieten, wenn zu viel gekauft wurde und Erfahrungswerte können ausgetauscht werden.

Nachhaltige Beschaffung

Bei der Beschaffung von Klinikbedarf darf auch der Aspekt der Nachhaltigkeit in Zukunft nicht zu kurz kommen, finden Yvonne Jamal und Steffi Kirchberger vom JARO-Institut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung. "Wir wollen erreichen, dass nachhaltiges Handeln auch in diesem Bereich zum Standard für die Wirtschaft wird", sagt Jamal und spielt dabei auf das erst kürzlich beschlossene Lieferkettengesetz an. Auch Kliniken oder Pflegeeinrichtungen sollten bei Textilien, Bürobedarf und Medizinprodukten auf Nachhaltigkeit achten.

Was kann das KHZG?

Aus Sicht der Verbände hätte der Einkauf im Krankenhauszukunftsgesetz einen größeren Stellenwert bekommen müssen. Nils Dehne von der Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser sieht das Gesetz als große Chance, hätte sich aber gewünscht, dass die Verknüpfung der Strukturen im KHZG eine größere Bedeutung bekommen. Bernhard Calmer vom Bundesverband Gesundheits-IT bemängelt die teilweise fehlenden Strategien in den Häusern und befürchtet, wie Horst Träger von der Fachvereinigung Krankenhaustechnik, finanzielle Flickschusterei.

Der Einkäufer hat einen neuen Job

Auch Berater Thomas Gallman fehlt beim KHZG in finanzieller aber v.a. in struktureller Weise einiges. "Es reicht nicht etwas anzustoßen, es braucht eine Strategie", sagt Gallmann in seinem Schlusswort. Die Schnittstellen zwischen Einkauf, IT, Klinikpersonal und den Patienten würden laut Gallmann immer wichtiger. Der Einkäufer der Zukunft hat demnach einen neuen Job. Er wird immer Vermittler und Vernetzer sein.

Ohne technische Störungen

33 Referenten und mehr als 220 Teilnehmer haben am diesjährigen ZUKEdigital Kongress teilgenommen. Das digital einiges möglich ist, konnte man sehen. Nicht nur in den Vorträgen und Workshops, auch am Kongress selbst, der so gut wie ohne technische Störungen ablief. Selbst wenn im kommenden Jahr wieder Präsenzveranstaltungen möglich sein sollten, der digitale Teil wird wohl auch dann wieder dabei sein.

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