Digital Health Investment Monitor Zukunftsmarkt E-Health

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In einer Umfrage des Spitzenverbandes Digitale Gesundheitsversorgung hat sich gezeigt: Die Investitionsbereitschaft von Kapitalgebern in den deutschen E-Health-Markt ist groß. Besonders interessant sind die Segmente der DiGA und DTx, aber auch KI und Big Data.

E-Health
Der deutsche E-Health-Markt ist für Investitionen hoch interessant. – © Jackie Niam (stock.adobe.com)

 „Die Umfrageergebnisse bestätigen, dass wir im Bereich Digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland den richtigen Weg eingeschlagen haben. Aber wir müssen noch einiges gemeinsam anpacken. Daher gilt es für die Politik, Investorinnen und Investoren und die E-Health-Unternehmen, die Chancen zu nutzen, die Zukunft der Medizin aktiv mitzugestalten“, resümiert, Dr. Anne Sophie Geier, Geschäftsführerin des Spitzenverbandes Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV).

Der SVDGV hat in seinem ersten „Digital Health Investment Monitor“ Kapitalgeber und E-Health-Unternehmen nach ihrer Einschätzung zum deutschen E-Health-Markt befragt – mit dem Ergebnis, dass E-Health in Deutschland als Zukunftsmarkt von Investorinnen und Investoren wahrgenommen wird.

Attraktives Investitionsumfeld: E-Health

Ein europäischer Frühphaseninvestor hat laut SVDGC das Digital-Health-Ökosystem im deutschsprachigen Raum anhand von Daten aus öffentlich einsehbaren Finanzierungsrunden analysiert. Demnach erhielten Gesundheits-Start-ups zwischen 2010 und 2020 rund 900 Millionen Euro Finanzierung durch Venture Capitalists. Mit weiteren 900 Millionen Euro allein im Jahr 2021 habe sich dieser Betrag verdoppelt. 68,8 Prozent der befragten Investorinnen und Investoren glauben, dass der Trend sich fortsetzen wird. Unter den Unternehmen waren es sogar 77,6 Prozent.

Investitionsbereitschaft in E-Health vielversprechend

Die Investitionsbereitschaft am deutschen E-Health-Markt beurteilten 89,8 Prozent der befragten E-Health-Unternehmen insgesamt optimistisch. 14,3 Prozent gaben „sehr optimistisch“ an, 26,5 Prozent „optimistisch“ und 49 Prozent „eher optimistisch“. Das Stimmungsbild unter den Kapitalgebern sieht sehr ähnlich aus. Hier beurteilten 87,6 Prozent die Investititonsbereitschaft insgesamt optimistisch. Der Wert liegt zwar leicht unter dem Ergebnis der Unternehmensbefragung, in der Spitze ist die Haltung jedoch noch positiver: 18,8 Prozent gaben „sehr optimistisch“ an, 31,3 Prozent „optimistisch“ und 37,5 Prozent „eher optimistisch“. „Pessimistisch“ wurde auf keiner Seite genannt.

Die E-Health-Unternehmen sehen laut Umfrage im Wesentlichen sehr ähnliche Investitionsanreize wie die Befragten seitens der Investoren. Die beiden wichtigsten Argumente waren für sie die „interessante Marktgröße“ (58 Prozent) und die „steigende Akzeptanz und Nachfrage seitens Patientinnen und Patienten für E-Health-Angebote“ (56 Prozent).

Was überzeugt Investoren und Investorinnen am meisten?

  • Hoher Patientennutzen (83 Prozent)
  • Kostenerstattung (79 Prozent)
  • Userzahlen (62 Prozent)

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und Digital Therapeutics (DTx) sind für Investorinnen und Investoren als E-Health-Lösungen am attraktivsten (62 Prozent). Es folgen

  • Diagnostik (37,5 Prozent),
  • Telemedizin und Remote Care“ (31,3 Prozent) sowie
  • Praxis- und Krankenhausmanagement (31,3 Prozent),
  • Workplace Health (6,3 Prozent) und
  • Grundlagenforschung (6,3 Prozent).

Zu den interessantesten Technologien im E-Health-Bereich gehört laut den SVDGC-Umfrage-Ergebnissen mit Abstand Künstliche Intelligenz (KI) mit 87,5 Prozent, Big Data, VR/AR, Internet of Things (IoT) sowie Robotik und Blockchain-Technologien (in dieser Reihenfolge).