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Social Media (Teil 22): Die Pflege auf Instagram „Ziemlich motiviert“

Ehrliche Infos, die Mut machen

„Ich möchte Transparenz über den Pflegeberuf schaffen und gerade Jugendlichen zeigen, welche Hürden sie auf dem Weg zur Pflegefachkraft meistern müssen“, erzählt sie. Denn ihnen fehle bei der Berufswahl oft der Blick für die im Nachhinein dann doch entscheidenden Rahmenbedingungen, wie Überlastung und mangelnde Kollegen. Dabei lässt sie die positiven Seiten aber nie aus den Augen. „Ich möchte Mut machen, diesen Beruf zu erlernen und auch dort zu bleiben.“ Dabei wird nichts vertuscht, wenn es negative Erlebnisse gab. Das befreit sie von ihren Gedanken und berührt genau den Nerv der Community (knapp 2.000 Follower bei mehr als 350 Posts). „Für mich ist Instagram eine Art Tagebuch, in dem ich mir Erlebnisse von der Seele schreiben kann – auch Privates natürlich – aber nur so bekommen meine Follower einen richtigen Blick für meinen Beruf.“

Ansteckend: die glückliche Altenpflegerin

Pflegefee Anna liebt wie Jeannine und Sarah ihren Beruf. Sie ist im zweiten Lehrjahr zur Altenpflegefachkraft und „ziemlich motiviert“ wie sie sagt. „Mir macht das Arbeiten Spaß“ und das zeigt sie ihren rund 120 Followern. Den Anfang hat sie erst im März 2017 mit einem Selfie und dem simplen Text „glückliche Altenpflegerin“ gemacht. Mittlerweile postet sie regelmäßig, z.B. Nachdenkliches nach der Frühschicht: „(…) Ein offenes Ohr sollten wir doch alle haben. Und selbst wenn es bei der Pflege ist. Irgendwo geht immer. (…)“ Sie will „die anderen anstecken“ und zeigen, dass „Altenpflege nicht nur ‚Arschabwischen‘ ist“ und will alle spüren lassen, was der Job für sie bedeutet. Und so unternimmt sie aktiv etwas dafür, „dass der Job nicht abgestempelt wird“, wie sie sagt. Auch Sarah weiß, dass es genug Menschen gibt, die negativ über ihren Beruf reden und ihn schlecht machen. „Das nutzt niemandem, unser Beruf muss einfach gepusht, die Nörgler übertönt werden.“ Selbstmotivation ist dafür genauso wichtig. „Manchmal wünscht man sich einfach mindestens noch einmal zu existieren (...). Aber ich glaube, dann wären die Patienten verwirrt. Also lassen wir es lieber so wie es ist, denn das ist auch ganz schön ok“, schreibt frau_herzensschwester unter einem Bild von ihr auf Station, auf dem sie in dreifacher Ausführung zu sehen ist. Dahinter ein rotes Herz und Hashtags wie #ichliebemeinenjob und #nurselife sowie Kommentare wie: „Ich bräuchte auch mindestens vier Arme“ oder „#krankenschwesterweilsuperheldinkeineberufsbezeichnungist“. Authentischere Imagewerbung kann der Pflegeberuf kaum kriegen. Bianca Flachenecker

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