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Social Media (Teil 22): Die Pflege auf Instagram „Ziemlich motiviert“

Instagram ist das Megafon der jungen Pflege. Wer hier über sich und seine Arbeit postet, ist selbstbewusst, mag seinen Job und zeigt der Welt, was Pflege ist – unverstellt, schonungslos und liebevoll. Das könnte genau das sein, was das Image der Berufsgruppe braucht.

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Sie heißen nurse_sarielle, pflegfee und frau_herzenschwester und sind gerade dabei, das Image der Pflege aufzupolieren bzw. es wieder zu einem richtigen zu machen. Die drei Pflegefachkräfte arbeiten in Berlin, Münster und Rummelsberg auf einer Intensivstation der Charité, in einer Altenpflegeeinrichtung der Caritas und in einer orthopädischen Fachklinik. Sarah Dietze, Anna Abeling und Jeannine Fasold-Wilms eint die Begeisterung für ihren Beruf. An dieser Begeisterung lassen sie ihre Follower teilhaben. „Ich bin Krankenschwester. Ich rette Leben und begleite bis in den Tod, ich sorge für dich (…) ich bin dein Anwalt, ich bin da, (…) wenn du schwach bist. Ich werde mein Bestes geben (...)“, schreibt nurse_sarielle unter ein Bild von ihrer Kitteltasche, an der neben zwei Stiften eine kleine Holzklammer mit einem großen roten Herz heftet. Dafür bekam sie 143 Likes und 17 Kommentare. „Mein Job ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens und ich bin stolz darauf“, sagt die 25-Jährige.

Deswegen spricht sie auch auf Instagram darüber – genauso wie über ihre Ernährung, ihre Katzen und eben alles, was zu ihrem Leben gehört.

Teilen Hilft beim verarbeiten

Sarah teilt ihre Erfahrungen, Werte aber auch ihre Ängste. „Oft erlebe ich bei der Arbeit Situationen, die mich beschäftigen. Dann denke ich darüber nach und überlege, welche Bedeutung das Erlebte für mich hat“, erzählt sie. Ihre Gedanken teilt sie manchmal mit ihren rund 900 Followern auf Instagram. Zum Beispiel nach dem ersten Dienst im neuen Job. „Es war chaotisch und anstrengend und hat sich doch irgendwie ziemlich gut angefühlt (…) Pause war nicht drin und so hatte ich meine erste Mahlzeit um 15:30 Uhr nach dem Dienst (…) Habt einen wunderschönen Abend meine Lieben und hört niemals auf an euch zu glauben.“ Darunter ein Herz und eine Flamme. Über 260 Likes und entsprechende Kommentare zeigen, dass ihre Worte bei der Instagram-Community auf Resonanz stoßen. Dabei schreibt Sarah  den Text eigentlich für sich, um sich selbst zu motivieren, sich wieder ins Gedächtnis zu rufen, warum sie den Job macht und was sie daran liebt „auch wenn damit z.B. der Biorhythmus durcheinander kommt“, wie sie sagt. „Ich erreiche ganz unterschiedliche Leute, natürlich auch aus der Krankenpflege, dem Rettungsdienst aber z.B. auch Schüler.“ Die Intensivpflegefachkraft berichtet, dass ihr schon viele Azubis nach einem ihrer Posts von ihren Sorgen berichtet und sie nach ihrer Erfahrung gefragt haben. Diese Erfahrung teilt auch frau_herzensschwester Jeannine. Die 44-Jährige hat im Jahr 2015 ihr Examen gemacht und ist mittlerweile stellvertretende Stationsleitung. Von ihrer Arbeit berichtet sie neben Instagram auch auf einem Blog und auf einer Facebook-Seite.

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