Transplantationsmedizin Zentren arbeiten korrekt

Bis auf eine Ausnahme haben die deutschen Transplantationszentren 2013 bis 2015 regelkonform gearbeitet. Das ist das Ergebnis der Prüfungskommission und Überwachungskommission (PÜK), in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband.

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„Die Ergebnisse lassen erkennen, dass eine Wende eingetreten ist“, sagt die Vorsitzende der Prüfungskommission, Anne-Gret Rinder. Die große Mehrheit der Transplantationszentren beachte die Richtlinien, dokumentiere viel sorgfältigerund übermittle korrekte Daten an Eurotransplant. Die PÜK habe 14 Transplantationsprogramme vor Ortund 17 Programme im schriftlichen Verfahren geprüft, erläutert Rinder. Weder bei Nieren-, noch bei Pankreas-und kombinierten Nieren-Pankreastransplantationen hätten sich Anhaltspunkte für Richtlinienverstöße oder Manipulationen ergeben. Ebenso habe es keine Auffälligkeiten bei den Prüfungen eines Herz-und eines Lebertransplantationsprogramms gegeben. Hingegen seien bei der Kontrolle des Lungentransplantationsprogramms des Universitätsklinikum Jena systematische Verstöße festgestellt worden. Dabei seien Patienten über die Angaben zu ihrem Sauerstoffbedarf kränker gemacht worden, als sie tatsächlich waren. „Die Verstöße haben bereits im Sommer 2014 ihr Ende gefunden“, so Rinder. Die Kommission gehe davon aus, dass in Zukunft korrekt gearbeitet werde. Auffälligkeiten habe es auch bei den Lungentransplantationsprogrammen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und des Universitätsklinikums Leipzig gegeben. Auch hier seien Werte an Eurotransplant übermittelt worden, die den Krankheitszustand des Patienten schlechter darstellten, als es sich durch die Dokumentation belegen ließ. Die Fehler hätten sich jedoch auf die vorangegangene Prüfperiode von 2010 bis 2012 bezogen, die jetzt zum Abschluss gebracht wurde.

„Die Prüfungen haben zu einem Umdenken in den meisten Transplantationszentren geführt“, sagt Prof. Dr. Hans Lippert, Vorsitzender der Überwachungskommission. Dieser Prozess müsse konstruktiv genutzt werden, um noch verbliebene Struktur-, Qualifikations-und Qualitätssicherungsdefizite zu beheben. Die Arbeit der Deutschen Stiftung Organtransplantation als Koordinierungsstelleund der Stiftung Eurotransplant als Vermittlungsstelle schätzt Lippert positiv ein.