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Highlights des Deutschen Ärzteforums auf dem Hauptstadtkongress 2017 Wird zu viel, zu wenig oder falsch operiert?

Gespannt blickt die Branche nach Berlin: Zum 20. Mal findet der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit statt. Erneut werden vom 20. bis 22. Juni mehr als 8.000 Teilnehmer im CityCube erwartet. Im Rahmen unserer laufenden Vorberichterstattung seit März geben wir Ihnen hier einen Überblick zum Programm des Deutschen Ärzteforums.

Themenseite: Patientensicherheit

„In Deutschland wird zu viel operiert“, heißt es auf der Website einer großen Krankenkasse, Gewinnstreben sei der Grund. Und eine Veröffentlichung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung benennt unter der Überschrift „Zwischen Mammon und Ethos“ dafür auch Kronzeugen: Die Mehrzahl der Chefärzte deutscher Krankenhäuser vermute, „dass es eine wirtschaftlich motivierte Überversorgung in den hiesigen Krankenhäusern gibt.“

Im Fall therapeutischer Arthroskopien bei Gelenkverschleiß hat der Gemeinsame Bundesausschuss bereits reagiert: Seit zwei Jahren wird diese Operation nicht mehr erstattet. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) war zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass sich ein Nutzen der OP nicht belegen lasse. Etliche weitere chirurgische Eingriffe stehen im Verdacht, in bestimmten Fällen dem Patienten mehr zu schaden als zu nutzen: die Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs, Kaiserschnitte, invasive Herzkatheter, Transkatheter-Aortenklappen und das Einsetzen künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Schon warnen Artikel in Massenmedien mit Headlines wie: „Achtung, wenn Ihr Arzt zu diesen Eingriffen rät!“

Fundierte Kritik

Aber ist sie auch immer wissenschaftlich fundiert? Begründet wird sie oft mit internationalen Vergleichszahlen. Eine Studie des wissenschaftlichen Instituts der PKV von 2015 lässt jedoch erhebliche Zweifel an der Aussagekraft solcher Länderrankings aufkommen, da diese zumeist keine Altersstandardisierung vornähmen. Tue man das, ergebe sich für Deutschland „in der Regel ein vergleichbares Niveau wie in den europäischen Nachbarländern mit gut ausgebauten Gesundheitssystemen“. Und ausgerechnet bei den so in Verruf geratenen Hüft- und Knieersatzoperationen kam im Jahr 2016 eine Studie des IGES-Instituts zu dem Ergebnis, dass der Anteil jener Patienten, bei denen eine angemessene Indikation dokumentiert ist, bei rund 96 Prozent liege.

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