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Lesetipp Wir sind besser, als wir denken

Wer möchte nicht gerne an das Gute in Menschen glauben. Doch das fällt oft schwer, v.a. angesichts aktueller Meldungen von Corona-Parties oder Klopapier-Hortern. Journalist und Historiker Rutger Bregman lädt trotzdem ein, ein neues (und optimistischeres) Menschenbild zu wählen.

„Dies ist ein Buch über eine radikale Idee.“ Mit diesem Satz läutet Rutger Bregman sein Buch über eine fast wahnwitzige These ein (zumindest in den Augen mancher): Menschen sind im Grunde gut. Doch gerade in der aktuellen Krise verlieren viele ihren Glauben genau daran: Masken-Verweigerer und Corona-Parties lassen einige nur ungläubig den Kopf über Artgenossen schütteln.

In Krisenzeiten keimt auch Gutes

Doch gleichzeitig erblüht in Krisenzeiten auch viel Gutes im Menschen: Füreinander einkaufen und Wertschätzung ausdrücken sind auch aus dieser Krise geboren. Dass die vielen guten Taten, im Bewusstsein vieler nicht ankommen, ist laut Bregman v.a. den Medien geschuldet. Menschen, die plündern sind eben auf Dauer spannender als Menschen, die helfen. Auf twitter äußerte sich Bregman im März u.a. so: „Vergesst nicht: Auf jeden antisozialen Idioten kommen tausende Ärzte, Reinigungskräfte und Krankenpfleger, die rund um die Uhr arbeiten. Auf jeden Hamsterkäufer kommen 10.000 Menschen, die ihr Bestes tun, damit sich das Virus nicht weiter verbreitet.“

Wir werden immer niedlicher

Denn genau das ist laut Bregman die menschliche Superkraft, die Eigenschaft, die uns als Art so erfolgreich macht: die Zusammenarbeit. Und Kooperation klappt nicht besonders, wenn man sich gegenseitig nur an die Gurgel geht. Auch biologisch ist dies zu erkennen: Menschen sind im Laufe der Evolution immer „niedlicher“ geworden. Hat der Urmensch noch mit hoher Stirn und Fell gelebt, sind wir mittlerweile „nackt“ und haben vergleichsweise Stupsnäschen entwickelt.

Die besondere Superkraft der Menschen

Der „Homo puppy“, wie Bregman den modernen Menschen nennt, schlägt andere Arten weder in Stärke noch in Intelligenz . Nur durch Vertrauen und Zusammenarbeit haben es Jäger und Sammler zum weitgehend friedlichen Zusammenleben gebracht. Und diese Werte sind auch bei zukünftigen Herausforderungen Schlüssel für Gelingen.

Fazit

Der Originaltitel „De meeste mensen deugen“, also „Die meisten Menschen taugen was“, trifft die Kernaussage besser. Bregman holt auch Skeptiker ab, nicht zuletzt wegen seiner humorvollen Art wissenschaftliche Theorien und Sachverhalte zu erklären. Schmunzeln und laut lachen gehört dabei zum Lesen, genauso wie ein paar „Ahas“. Mit treffenden Vergleichen hält er der Gesellschaft den Spiegel vor und öffnet dem menschlichen Bewusstsein eine ganz neue Türe: Vielleicht sind wir gar nicht so schlimm?

Über den Autor

Der Niederländer Rutger Bregman (*1988) ist Historiker und einer der bekanntesten jungen Denker Europas. 2017 erschien sein Bestseller „Utopien für Realisten“. Er schreibt u.a. für die Washington Post und BBC und wurde bereits zweimal für den „European Press Prize“ nominiert. Hauptberuflich arbeitet er als Journalist im Ressort Fortschritt für die niederländische Nachrichtenplattform „De Correspondent“.

Dieses Buch und weitere Fachbücher können Sie direkt über den Holzmann-Medien-Shop beziehen:
Bregman R. (2020) Im Grunde gut: Eine neue Geschichte der Menschheit. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. ISBN: 978-3-498-00200-8

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