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HCM Academy – Krisenkommunikation (5) "Wir setzen auf eine vorausschauende, strategische Pressearbeit"

Monika Röther ist seit 2018 Geschäftsführerin des Klinikums Ingolstadt und hat die Leitung des Hauses in einer schwierigen Zeit übernommen, die die interne und externe Kommunikation des Hauses herausgefordert hat. Bei der HCM Academy in München wird sie von ihren Erfahrungen im Umgang mit Krisenkommunikation berichten.

Themenseite: Patientenkommunikation

Monika Röther, Geschäftsführerin des Klinikums Ingolstadt, wird bei der ersten HCM Academy zum Thema Krisenmanagement und Krisenkommunikation am 22. November 2018 in München über ihre Erfahrungen aus Führungssicht berichten. Sie hat die Leitung des Hauses 2018 übernommen – in Zeiten, die die interne und externe Kommunikation vor einige Herausforderungen gestellt hat. Im Gespräch mit HCM gibt Röther einen ersten Einblick.

HCM: Was hat Sie dazu bewogen eine Einrichtung mit solch einer schwierigen Vorgeschichte zu übernehmen?

Röther: Das Klinikum Ingolstadt ist mit 1.112 Betten und rund 3.000 Mitarbeitenden eines der größten bayerischen Krankenhäuser und stellt seine hohe medizinische Leistungsfähigkeit jedes Jahr für etwa 100.000 Patienten unter Beweis. So ein Haus mit viel Potenzial, in einer wachsenden Region in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, das hat mich gereizt. Die Vorgeschichte habe ich eher als einzelnes Ereignis gesehen, das es aufzuarbeiten gab. Am Interesse für das Hauses hat das für mich aber nichts geändert.

HCM: Wie oft standen Sie in diesem Zusammenhang vor einem scheinbar unlösbaren Problem? Und wie sind Sie dann vorgegangen?

Röther: Unlösbar würde ich nicht sagen. Aber natürlich gab es immer wieder Herausforderungen zu meistern. Immer dann, wenn nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Mitarbeitenden durch Presseberichte oder Gerüchte verunsichert waren. Hier war es mir wichtig, einerseits den Patientinnen und Patienten die Sicherheit zu vermitteln, dass die medizinische Qualität gleich hoch geblieben ist und sie sich immer noch auf das Klinikum verlassen können. Andererseits war es intern wichtig, Ruhe einkehren zu lassen, zum normalen Klinikalltag zurückkehren sowie verloren gegangenes Vertrauen wiederaufzubauen. Wir haben dafür auf eine vorausschauende, strategische Pressearbeit sowie regelmäßige interne Kommunikation in all ihren Facetten gesetzt.

HCM: Würden Sie heute manche Dinge anders angehen, z.B. weil Sie gesehen haben, dass z. B. auch Kleinigkeiten große Auswirkungen haben können?

Röther: Ich würde nicht anders vorgehen, aber mir ist in der Rückschau durchaus bewusst geworden, wie wichtig interne Kommunikation ist. Ich glaube, das Informationsbedürfnis der Mitarbeitenden wird häufig unterschätzt. Ebenso hilft ein genereller Krisenplan, im Fall der Fälle schnell zu reagieren – auch wenn jede Krise individuell ist. Manche Dinge mögen im Normalzustand banal sein, wie die Frage, wer sind meine Stakeholder, und in welcher Reihenfolge informiere ich sie? Das sind Kleinigkeiten, die sparen aber im Ernstfall viel Zeit.

Lernen Sie Monika Röther persönlich kennen und stellen Sie ihr in München Ihre Fragen. Alle Informationen zur Veranstaltung bekommen Sie unter: www.hcm-magazin/academy.

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