Pflege -

Interview mit Georg Sigl-Lehner "Wir halten weiter am bayerischen Weg und der freiwilligen Mitgliedschaft fest"

HCM-Redakteurin Bianca Flachenecker hat den Präsidenten der Vereinigung der Pflegenden in Bayern u.a. um seine Einschätzung zu bisher erreichten Zielen und um eine Stellungnahme zur Gründung der Pflegekammer in Niedersachsen gebeten. Lesen Sie, wie die Antworten von Sigl-Lehner ausgefallen sind.

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HCM: Inwieweit ist die Arbeit der Vereinigung der Bayerischen Pflege bisher vorangekommen?

Sigl-Lehner: Wir sind auf einem guten Weg. Das Pflegendenvereinigungsgesetz sieht im Gründungsjahr für die Mitglieder des Gründungsausschusses drei große Aufgaben vor: Die Eröffnung der Landesgeschäftsstelle (die gibt es bereits mit festangestellten Mitarbeitern seit April dieses Jahres), die Erarbeitung einer Hauptsatzung (diese liegt zur Genehmigung dem zuständigen Ministerium vor) und die Mitgliedergewinnung (die Kampagne hierzu startet im Herbst, derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren).

HCM: Damit haben Sie bereits erste Ziele erreicht?

Sigl-Lehner: Ja, wie gerade aufgezählt, die vorgegebenen Aufgaben sind auf einem guten Weg gebracht. Darüber hinaus gibt es ein ausformuliertes Aufgabenverständnis. Auch bringen wir uns aktiv in die Pflegepolitik ein und warten derzeit auf die Beantwortung unserer Wahlprüfsteine durch die im Landtag vertretenen Parteien. Zudem vertreten wir natürlich auch jetzt schon die Interessen der Pflegenden in den Landesgremien, z. B. im Landespflegeausschuss.

HCM: Was steht zukünftig an?

Sigl-Lehner: Im nächsten Schritt wollen wir bei den beruflich Pflegenden in ganz Bayern sichtbar werden und sie aktiv für eine Mitgliedschaft gewinnen. Wir müssen und werden durch Inhalte überzeugen. Anders als bei einer Kammer gibt es ja bei uns keine Pflichtmitgliedschaft, damit auch keinen Pflichtbeitrag.

HCM: Wie stehen Sie der Neugründung der Pflegekammer in Niedersachsen gegenüber?

Sigl-Lehner: Grundsätzlich begrüßen wir es, dass sich die Pflege selbst organisiert und in Niedersachsen haben sich die Pflegenden für den Kammerweg entschieden. Wir halten weiter am bayerischen Weg der freiwilligen Mitgliedschaft fest und sind der Überzeugung, dass wir auch damit für die Pflegenden stark wirksam werden können.
Im Übrigen haben wir gemeinsame Ziele und Aufgaben. Deshalb werden wir auch auf die Kammervertreter in Niedersachen offen zugehen und den Dialog anbieten.

HCM: Will Bayern seinen Weg weitergehen? Wie realistisch schätzen Sie das ein?

Sigl-Lehner: Natürlich, das Pflegendenvereinigungsgesetz (PflVG) ist ein Landesgesetz und wurde im Rahmen des demokratischen Gesetzgebungsprozesses im Landtag mehrheitlich beschlossen. Natürlich werden die Kammerbefürworter die Diskussion im Zusammenhang mit der Landtagswahl weiter hochhalten und anheizen. Dazu sehen wir keinen Grund, denn es gibt in der Pflege so viele Baustellen und Probleme die uns wichtiger sind. Hieran werden wir arbeiten und gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen suchen.

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