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Prozessoptimierung Wie werden lange Wartezeiten im MRT und CT verringert?

Lange Wartezeiten für MRT- und CT-Termine sind ein allzu bekanntes Problem in der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Pia Scholze von den Knappschaft Kliniken zeigt im folgenden Artikel, der in Kooperation mit der radiologischen Chefärztin Dr. Svenja Hennigs vom Knappschaftskrankenhaus Bottrop entstanden ist, mögliche Ansätze dafür auf, wie diese Problematik gelöst werden kann.

Themenseite: Medizintechnik

Laut einer Studie der Curagita AG schließen immer mehr radiologische Einzelpraxen, wodurch mehr Patienten auf Gemeinschaftspraxen und radiologische Ambulanzen in Krankenhäusern für MRT- und CT-Untersuchungen ausweichen müssen (Curagita AG, 2015). Das sorgt für lange Wartezeiten – ein bekanntes und mehr denn je aktuelles Problem. Doch wie können die Prozesse gesteuert werden, um Kapazitäten im Krankenhaus sinnvoll zu nutzen?

Zunächst sollte eine Bewertung der Ist-Situation mithilfe qualitativen und einer quantitativen Auslastungsanalyse erfolgen. Die qualitativen Faktoren beziehen sich auf den organisatorischen Ablauf und den gesamten Prozess, inklusive Terminvergabe und -kommunikation. Zu beachten sind die Tischliegezeiten der Untersuchungen, die je nach Art und Anzahl der Teiluntersuchungen variieren. Als Externer ist es hilfreich sich mit den Experten vor Ort, sprich den radiologischen Chef- oder Assistenzärzten und den medizinisch-technischen Assistenten auseinanderzusetzen, um einen realistischen Eindruck von den Prozessen zu erhalten. Die quantitativen Faktoren beziehen sich auf die tatsächlichen Untersuchungen und Leistungen. Die Daten können von einem Controller aus dem Datenverarbeitungssystem gezogen werden und stehen dann für die weitere Bearbeitung zur Verfügung. In jedem Fall sollte eine Validitätsprüfung erfolgen. Die Tabelle (siehe unten) stellt die wichtigsten Fragestellungen in Bezug auf die Analyse der qualitativen und quantitativen Faktoren dar.

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Bei der Auslastungsanalyse geht es darum, die Aspekte der qualitativen und quantitativen und Faktoren zu interpretieren. Mithilfe von Anhaltszahlen, die in diesem Fall beschreiben wie viele Untersuchungen minimal und maximal an dem MRT und CT Gerät erfolgen, kann eine Auslastung berechnet werden. Diese können entweder aus der Literatur oder aus den Gesprächen mit dem radiologischen Personal gezogen werden. Bei Berechnung der Daten können die Untersuchungen in ambulant/stationär und Kernarbeitszeit/Bereitschaftsdienst unterteilt werden.

Die folgende Grafik stellt beispielhaft eine Auslastungsanalyse für ein MRT-Gerät dar. Zu erkennen ist hierbei die tägliche Auslastung im MRT während der Kernarbeitszeit von acht bis 18 Uhr, aufgeteilt in ambulante und stationäre Untersuchungen.

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Im zugeordneten Beitrag werden in einem Experteninterview mit der radiologischen Chefärztin Dr. Svenja Hennigs diverse Fragestellungen rund um die Problematik der MRT und CT Engpässe beantwortet.

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