Gebäude & Technik -

Alternative Geschäftsmodelle in Bestandsimmobilien Wie sieht die Zukunft der Pflege aus?

Unter dem Slogan „Mehr daheim statt Heim“ wurde eine konzeptionelle Umgestaltung in der Pflegelandschaft begonnen. Viele Gesetzesänderungen haben die alten Strukturen zunächst einmal durcheinandergewirbelt und v.a. viele Betreiber von Bestandsimmobilien vor enorme Herausforderungen und schwer kalkulierbare Risiken gestellt.

Themenseiten: Pflegestärkungsgesetz und Neubau & Sanierung

Langsam wächst das Bewusstsein dafür, dass die Betrachtungsebenen zum Wert­erhalt der Pflegeeinrichtungen viel analytischer zu verfolgen sind. Bauen und Umbauen darf sich auch – oder vielleicht insbesondere – in der Pflege nicht nur an den immer wieder neuen, aktuell gültigen Gesetzen und Verordnungen orientieren. Gefragt sind langfristige, individuelle Betreiberkonzepte, welche den Raum für umkehrbare Organisationsformen bieten.

Reversibles Bauen

Diesen Ansatz verfolgt das reversible Bauen. Der Begriff „Reversibilität“ kommt aus der Naturwissenschaft und bezeichnet umkehrbare Vorgänge und Zustandsänderungen. In der Architektur finden wir reversibles Bauen zurzeit noch überwiegend im Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich. Das reversible Büro ermöglicht die unterschiedliche Belegung innerhalb eines Gebäudes und gewährleistet so möglichst hohe Flexibilität und Nachhaltigkeit. Reversible Gebäude sind dabei keine Häuser, die sich jeden Tag neu erfinden. Vielmehr werden unverrückbare Festpunkte wie Stützen, Versorgungsschächte und Erschließungssysteme auf den Nutzungsebenen so reduziert organisiert, dass sie den unterschiedlichen Grundrissformen nicht im Weg stehen. Es entstehen quasi gebaute Regale mit möglichst freien Flächen, die für verschiedene Organisationsformen wie Gruppen-, Zellen- und Kombibüros geeignet sind.

Erfolgreiches Modell für die Altenhilfe

Während im Verwaltungsbau auf diese Weise auf kurze und sich oft ändernde Lebenszyklen reagiert wird, werden Wohn- und Pflegeeinrichtungen immer noch überwiegend in sehr starren Grundstrukturen entworfen. Dabei wird sträflich vernachlässigt, dass auch in diesen Nutzungsbereichen keine klassischen Anforderungsprofile mehr existieren.

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