Pflege -

Charité Wie lässt sich die Hautpflege in Pflegeheimen verbessern?

Die Universitätsmedizin Berlin leitet jetzt eine neue Studie, mit der untersucht werden soll, ob ein strukturiertes Hautpflegeprogramm dafür geeignet ist, das Durchführen von Hautpflege von Bewohnern zu optimieren.

Pflegebedürftige Menschen leiden häufig an Hautproblemen, beginnend bei allgemeiner Trockenheit bis hin zu Druckgeschwüren und im schlimmsten Fall Dekubitus. Zur Verbesserung dieser Voraussetzungen gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Handlungsempfehlungen. Eine Studie unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersucht deshalb jetzt, ob nicht statt vieler Behandlungsstandards ein strukturiertes Hautpflegeprogramm geeignet ist, die verschiedenen Hautprobleme zu versorgen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Forschungsvorhaben mit rund 975.000 Euro. 

„Je mehr verschiedene Empfehlungen es gibt, desto schwieriger wird es für das Pflegepersonal, diese umzusetzen“, erklärt der Leiter des Forschungsvorhabens, PD Dr. Jan Kottner von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Campus Charité Mitte. Sein Team hat zunächst die vielen bestehenden Handlungsempfehlungen analysiert und auf Basis der Gemeinsamkeiten ein Hautpflegeprogramm entwickelt. In einem Stufenschema sieht dieser Leitfaden eine standardisierte Beurteilung der Haut vor: Ist sie eher trocken oder nässend? Ist der Patient übergewichtig? Abhängig von dieser Einschätzung gibt der Leitfaden konkrete Empfehlungen zu Reinigung und Pflege. So werde es möglich, verschiedene dermatologische Probleme gleichzeitig zu behandeln.

Leitfaden wird nun an 500 Bewohnern getestet

Die jetzt gestartete dreijährige Studie SKINCARE untersucht an 500 Bewohnern von 20 Berliner Pflegeheimen, ob die Implementierung des Pflegeprogramms zu einer Verbesserung der Hautstruktur und -funktion sowie der Lebensqualität führt. „Damit die Pflegekräfte das Hautpflegeprogramm korrekt anwenden können, werden sie im Rahmen der Studie geschult“, erklärt PD Dr. Kottner. „So erhöht der neue Leitfaden auch die pflegerische Kompetenz des Personals.“

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