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Studienergebnisse Wie gut ist das Trinkwasser in Pflegeheimen?

Im Oktober dieses Jahres ließ der Partner für Wasser e.V. Daten zur Trinkwassersituation in Pflegeeinrichtungen erheben. Nun haben die Macher die wichtigsten Ergebnisse aus insgesamt 500 Befragungen präsentiert. Sie wollen damit auch ein Signal an die Politik senden.

Nachdem das Institut für empirische Sozial- und Kommunikationsforschung (I.E.S.K.) in den vergangenen Jahren Krankenhäuser und Schulen untersucht hatte, waren diesmal Einrichtungen in der Pflege an der Reihe. Vom 1. bis 22. Oktober 2018 wurden Daten zur Trinkwassersituation erhoben. Die wichtigsten Ergebnisse stellte Dr. Uwe Pöhls, Leiter des I.E.S.K., nun gemeinsam mit Partner für Wasser e.V., den Initiatoren des Projekts, vor.

Kurz und knapp: Die Rahmenbedingungen

Insgesamt richtete Partner für Wasser die Befragung an mehr als 10.000 Einrichtungen, kontaktiert wurden v.a. Leiter oder Ansprechpartner für die Trinkwasserhygiene. 506 Fragebögen konnten ausgewertet werden, die Rücklaufquote der Onlinebefragung liegt laut Institut bei 7,4 Prozent. Dreiviertel der Antworten kamen aus stationären Pflege- und Senioreneinrichtungen. Die meisten Einrichtungen waren laut Partner für Wasser rund 25 Jahre alt und damit – zumindest im Vergleich zu Schulen – relativ modern.

Die Fragen bezogen sich im Wesentlichen auf den Zustand der Trinkwasseranlagen und darauf, wie diese technisch gewartet werden. Aber nicht nur die objektive Seite, auch Meinungen und Einstellungen der Befragten sollten eingefangen werden.

Die wichtigsten Studienergebnisse

Laut Pöhls sind die meisten Befunde positiv: Auf die Frage, wie sehr sich die Teilnehmer im Hinblick auf das Thema „Trinkwasserhygiene“ informiert fühlten, gaben beispielsweise Zweidrittel an, sich gut oder sehr gut informiert zu fühlen. Für den Institutsleiter bedeutet dieses Ergebnis, dass die Bedeutung in den Einrichtungen angekommen ist und als zentral und wichtig erachtet wird.

Problematischer sieht der Experte die Ergebnisse zu in Bezug auf regelmäßige Audits. Während 24,9 Prozent einen externen und 7,9 Prozent einen internen Audit beauftragt hatten, antwortete eine Mehrheit von 67,3 Prozent mit „weiß nicht“, „nein“ oder „keine Angabe“. An dieser Stelle ist v.a. der Vergleich zu vorangegangenen Studien in Schulen (2017) und Krankenhäusern (2016) interessant: Während sich nur jede hundertste Schule um Audits bemühte, waren es bei den Krankenhäusern 44,9 Prozent. Pöhls sieht hier, trotz Problembewusstsein, einen erheblichen Handlungsdruck.

Ebenfalls zum Denken anregen sollten laut Pöhls die Maßnahmen, die ergriffen werden, um Risiken für eine Qualitätsbeeinträchtigung des Trinkwassers zu vermeiden. Immerhin würden zwei Drittel das Warmwasser auf über 60° C erwärmen. Jedes Zweite Unternehmen handle aber nicht strikt bei der Wartung und –reinigung.

Partner für Wasser wurde vor rund drei Jahren gegründet. Anliegen des Vereins ist, Einrichtungen, Gesundheitsbehörden und Wasserversorger für die Trinkwasserhygiene im Healthcare-Bereich zu informieren und zu sensibilisieren. Missstände in der Hygiene und Infrastruktur sollen verdeutlicht und Präventionsmöglichkeiten sollen aufgezeigt werden.

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