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Notfall-E-Akte Wie ein QR-Code für mehr Patientensicherheit sorgt

Menschen mit chronischen Krankheiten sind im Ernstfall darauf angewiesen, dass das Rettungspersonal so früh wie möglich über ihre gesundheitlichen Voraussetzungen Bescheid weiß – sowohl zu Hause als auch auf Reisen. Ein Team der luxemburgischen Hämophilie-Gesellschaft hat dafür nun eine Lösung entwickelt.

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Im Notfall brauchen Ersthelfer schnell möglichst viele Kenntnisse über den Gesundheitszustand des Patienten. Ist er bewusstlos, kann er den Sanitätern nichts über seine Krankengeschichte erzählen. Besonders kritisch ist das für Menschen mit seltenen Krankheiten wie Hämophilie, aber auch besonderen Allergien. Herkömmliche Methoden (Talisman-SOS-Kapsel, Bescheinigungen in der Brieftasche) haben sich im Praxiseinsatz bisher oft als unpraktisch erwiesen; auch neuere Methoden wie international funktionierende Patientenakten auf einer Krankenversicherungskarte sind noch nicht ausgereift.

Diese Ausgangslage inspirierte ein Team der luxemburgischen Hämophilie-Gesellschaft zum Projekt QR-Help. Unter diesem Namen entstand ein neuartiges SOS-System für chronisch kranke Menschen, das auf QR-Code-Technologie basiert. Für 35 Euro im Jahr kann man dort sämtliche Gesundheitsinformationen für den Notfall speichern. Dabei kann der Nutzer selbst entscheiden, welche Informationen er hinterlegen und anzeigen lassen möchte. Die Rettungsdaten werden anschließend mit einem QR-Code ausgestattet, der zu einer „Rettungsseite“ führt. Dort findet das Rettungspersonal z.B. die eingegebenen Informationen zu Krankheiten, Allergien, Medikation, Kontaktpersonen, Kontaktdaten der behandelnden Ärzte, Impfungen, medizinischen Eingriffen, der Blutgruppen aber auch eingescannte Dokumente. Vorteil: Ein Großteil der Informationen wird automatisch in acht Sprachen übersetzt, das gibt dem Nutzer zusätzlich Sicherheit für den Fall, dass er sich im Ausland aufhält. Selbstverständlich hat der Datenschutz laut Projektteam bei allem höchste Priorität.

Damit die QR-Codes im Notfall gesehen werden, sind sie auf spezielle, resistente Aufkleber gedruckt, die auf den Personalausweis, Krankenkassenkarte oder andere Dokumente geklebt werden können. Gängig sind auch Dogtags, Schlüsselanhänger oder andere persönliche Accessoires, auf denen der QR-Code gut sichtbar getragen werden kann.

Ist der Code aus irgendeinem Grund unlesbar, kann die Rettungsseite auch manuell geöffnet werden, indem ein alphanumerischer Code, der neben dem QR-Code aufgedruckt ist, auf der Website des Projektes eingegeben werden kann. Dieser Code kann auch direkt an den Ansprechpartner beim Notruf weitergegeben werden, der den Notfall dann besser einschätzen kann.

QR-Help wird ausschließlich von Freiwilligen auf ehrenamtlicher Basis betrieben und ist in der gesamten Europäischen Union verfügbar. Die Rettungsseite kann weltweit geöffnet werden.

Weitere Informationen, Funktionen und Eigenschaften können auf der Webseite unter www.qr-help.com abgerufen werden.

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