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Wie die Zahl der Krankenhausinfektionen verringert werden kann

Mehrere tausend Patienten sterben in Deutschland pro Jahr an den Folgen einer Krankenhausinfektion. Doch die Zahl der schweren Infektionen könnte verringert werden. Experten zufolge sind drei Stellschrauben entscheidend.

Bessere Aufklärung, konsequente Vorbeugung und mehr Hygienefachpersonal – damit könnte nach Einschätzung von Sachverständigen die große Zahl schwerer Krankenhausinfektionen in Deutschland zurückgedrängt werden. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Bundesregierung in einer Unterrichtung an den Bundestag veröffentlicht hat.

Pro Jahr werden in Deutschland zwischen 15.000 und 30.000 Todesfälle durch schwere Krankenhausinfektionen verursacht. Ein maßgeblicher Anteil der in der medizinischen Behandlung auftretenden Infektionen könnte nach Angaben der Experten durch Vorbeugung vermieden werden.

Bei diesen Erregern liegen Mehrfachresistenzen vor

Besonders bedeutsam sind dem Bericht zufolge die mehrfach gegen Antibiotika resistenten Erreger (MRE). Gegenwärtig bestehe die Problematik der Mehrfachresistenz in Deutschland insbesondere bei Methicillin (Oxacillin)-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) sowie bei Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) und bei Escherichia-coli- und Klebsiella-Stämmen mit Betalaktamasen mit erweitertem Wirkungsspektrum (ESBL).

Die sogenannte MRSA-Last fällt den Angaben zufolge in den Ländern der europäischen Union unterschiedlich aus. Deutschland liegt im Mittelfeld, während die skandinavischen Länder, Dänemark und die Niederlande gering betroffen sind und daher als Vorbilder für Schutzmechanismen gelten. Neben Unterschieden in der Organisation des Gesundheitswesens und der Zahl der stationär behandelten Patienten pro Kopf der Bevölkerung komme der Präsenz fachkundigen Personals für die Hygieneberatung und Antibiotikatherapie wesentliche Bedeutung bei der Erklärung der Differenzen zu, heißt es.

Kenntnisse über den Einsatz von Antibiotika verbesserungswürdig

Obgleich Deutschland im internationalen Vergleich weitgehend konstante nosokomiale Infektionsraten aufweise, seien diese Infektionen weiterhin ein relevantes Problem im Gesundheitswesen. Vorkehrungen zum Eindämmen der Infektionsrate sollten daher weiter Priorität haben, schreiben die Experten in ihrem Bericht. Auch sei der Bedarf an Kenntnissen zum sachgerechten Einsatz von Antibiotika groß. Hier sollten die Angebote an Kursen ausgebaut werden. Ferner sei die Ausstattung der Krankenhäuser mit Hygienefachpersonal nach wie vor defizitär.

Den vollständigen Bericht finden Sie auf der Website des Deutschen Bundestages als pdf-Datei zum Download.

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