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Wie der vdek Wucherpreise bei Medikamenten verhindern will

Je Tablette kostet das Hepatitis-C-Medikament Sovaldi mehr als 700 Euro. Die Empörung über den Pharmahersteller Gilead ist deshalb groß. Doch die Preispolitik des Unternehmens ist kein Einzelfall. Der Verband der Ersatzkassen fordert deshalb Nachbesserungen beim Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz.

Eine Packung des Hepatitis-C-Medikament Sovaldi kostet knapp 20.000 Euro pro Packung. Dadurch ergibt sich pro Tablette ein Preis von mehr als 700 Euro. "Das sind Wucherpreise und nicht mit den Kosten für Herstellung und Entwicklung begründbar", sagt Ulrike Elsner, die Vorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (vdek).

Preise wie den für das Hepatitis-C-Medikament des US-amerikanischen Pharmaherstellers Gilead will der GKV-Spitzenverband künftig verhindern und fordert deshalb von der Politik Nachbesserungen beim Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG).

Medikamente für die Krebstherapie oft teuer

Am Beispiel des teuren Hepatitis-Medikamentes Sovaldi zeige sich, dass einige Pharmahersteller eine völlig überzogene Hochpreispolitik betreiben, sagt Elsner. Sovaldi sei kein Einzelfall, so die vdek-Vorsitzende. "Insbesondere im Bereich der Krebstherapie oder der seltenen Erkrankungen (orphan drugs) kommen zahlreiche neue Medikamente bzw. Wirkstoffe auf den Markt, für die die Pharmahersteller zunächst horrende Preise verlangen bevor es nach einer Schonfrist von zwölf Monaten zu einer Preisregulierung durch Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband kommt", sagt Elsner.

Um Preise wie den des Hepatitis-C-Medikaments Solvadi zu verhindern, sollen nach Vorstellung des vdek, die mit dem GKV-Spitzenverband verhandelten Erstattungspreise rückwirkend gelten – also mit dem ersten Monat des Inverkehrbringens eines Medikaments. Bringen Hersteller einen neuen Wirkstoff auf den Markt, bestimmen sie den Preis bisher für die ersten zwölf Monate frei. Erst ab dem 13. Monat greift dann der von GKV-Spitzenverband und Hersteller ausgehandelte Erstattungsbetrag.

vdek: Rückabwicklung kein Problem

Die Rückabwicklung dürfte nach Einschätzung des vdek kein Problem darstellen, denn schon heute sei dieses Verfahren bei den Krankenkassen gängige Praxis, wenn das Preisfindungsverfahren länger als zwölf Monate dauert.

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