Verbundprojekt "CovidDataNet.NRW" Wenn Künstliche Intelligenz schwere Covid-19-Verläufe vorhersagt

Zugehörige Themenseiten:
Corona-Pandemie

Schwere Covid-19-Verläufe vorhersagen und in Folge besser behandeln, hat sich das Team rund um das Bochumer Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus zum Ziel gesetzt. Gemeinsam mit anderen Unikliniken und Industriepartnern arbeiten die Medizinerinnen und Mediziner an einer speziellen KI.

Prof. Michael Adamzik
Prof. Michael Adamzik, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie im Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum. – © Andreas Rehkopp

Mit rund 3,2 Millionen Euro fördert das NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie das Verbundprojekt „CovidDataNet.NRW“. Leiter des Konsortiums ist Prof. Michael Adamzik vom Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum. Zusammen mit weiteren Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum, anderen Unikliniken aus Bochum, Bonn und Münster, dem Krankenhaus Köln-Merheim und dem Verbund der Knappschaftskliniken arbeitet er an Lösungen, um schwer an Covid-19 erkrankte Patientinnen und Patienten bestmöglich zu behandeln.

Zusammen mit den unternehmerischen Partnern Kairos GmbH und Chimera Biotec GmbH will das Konsortium die Grundlagen schaffen, um schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 frühzeitig vorherzusagen. Der Einsatz Künstlicher Intelligenz und von Big Data erlaube es, die Betroffenen zukünftig von Anfang an individueller und zielgerichteter zu behandeln und so Leben zu retten, erklärt Adamzik. Die Intensivstationen werden entlastet, weil diese sich auf solche Fälle konzentrieren können, die eine spezialisierte intensivmedizinische Behandlung erfordern.

Mediziner und Wissenschaftler aus zahlreichen NRW-Kliniken und Forschungseinrichtungen rund um die Ruhr-Universität Bochum erforschen schon seit Jahren die Sepsis. Dabei handelt es sich um eine schwer zu behandelnde, lebensbedrohliche Immunreaktion, die durch Infektionen ausgelöst wird. Sie spielt auch bei schweren Covid-19-Verläufen eine große Rolle. Um die Einrichtungen untereinander zu vernetzen, wurden bereits in der Vergangenheit digitale Strukturen gefördert, auf die hier aufgebaut werden kann.