Beauftragung Weiterentwicklung der datengestützten Qualitätssicherung

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Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) ist vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mit der Weiterentwicklung der datengestützten externen Qualitätssicherung gemäß „Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung“ (DeQS-RL) beauftragt worden.

Qualitätssicherung
Im Auftrag des G-BA prüft das IQTIG momentan 15 Qualitätssicherungsverfahren. – © Dilok (stock.adobe.com)

Das IQTIG erarbeitet für den G-BA Empfehlungen zur Überarbeitung oder Aufhebung von

  • Datenfeldern,
  • Qualitätsindikatoren oder
  • des gesamten Qualitätssicherungsverfahrens.

Momentan führt das IQTIG 15 Qualitätssicherungsverfahren durch.

Bei drei Verfahren prüft das Institut bereits seit Mai 2022 exemplarisch, wie sich

  • Aufwände reduzieren und
  • das Verhältnis von Aufwand und Nutzen optimieren

lassen. Diese sind:

  1. Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie (QS PCI),
  2. Knieendoprothesenversorgung (QS KEP) und
  3. Versorgung mit Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren (QS HDMDEF).

Aktuelle Beauftragung umfasst zwölf Qualitätssicherungsverfahren

Die Beauftragung vom 19. Januar 2023 sieht die Prüfung von zwölf Qualitätssicherungsverfahren durch das IQTIG vor:

  1. Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI)
  2. Cholezystektomie (QS CHE)
  3. Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET)
  4. Transplantationsmedizin (QS TX)
  5. Koronarchirurgie und Eingriffe an Herzklappen (QS KCHK)
  6. Karotis-Revaskularisation (QS KAROTIS)
  7. Ambulant erworbene Pneumonie (QS CAP)
  8. Mammachirurgie (QS MC)
  9. Gynäkologische Operationen (QS GYN-OP)
  10. Dekubitusprophylaxe (QS DEK)
  11. Perinatalmedizin (QS PM)
  12. Hüftgelenkversorgung (QS HGV)
Prof. Claus-Dieter Heidecke, Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) – © IQTIG/Oliver Betke

„Mit der Beauftragung erhalten wir die Möglichkeit, die datengestützten Qualitätssicherungsverfahren der DeQS-Richtlinie grundlegend zu überarbeiten und zu optimieren.“

Prof. Claus-Dieter Heidecke

„Ziel dabei ist, den Aufwand für die Leistungserbringer zu reduzieren, ohne den Nutzen für die Patientinnen und Patienten aus dem Blick zu verlieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Weiterentwicklung zu einer Verbesserung der Effizienz der Qualitätssicherungsverfahren und einer Reduktion der Aufwände bei den Leistungserbringern beitragen“, betont Institutsleiter Prof. Claus-Dieter Heidecke.

Damit könne auch die Akzeptanz der datengestützten externen Qualitätssicherung verbessert werden, dadurch, dass

  • verstärkt auf bereits verfügbare Routinedaten zur Messung der Qualität zurückgegriffen und
  • händische Dokumentationsaufwände reduziert werden.

Weiterer Schritt zur Weiterentwicklung der datengestützten Qualitätssicherung

Das IQTIG wird dem G-BA seine Empfehlungen vorlegen:

  • Zu sechs Qualitätssicherungsverfahren bis zum 15. März 2024 und
  • zu weiteren sechs Verfahren bis zum 15. März 2025.

Der Auftrag schließt an eine erste Beauftragung des IQTIG vom 19. Mai 2022 an, zunächst drei der aktuell 15 Qualitätssicherungsverfahren der DeQS-RL weiterzuentwickeln. Hier entwickelt das IQTIG eine Methodik für die Überprüfung von Qualitätssicherungsverfahren, das bereits eingesetzt wird. In einem zweiten Schritt soll diese auch auf die weiteren zwölf Verfahren angewendet werden und somit sicherstellen, dass die Weiterentwicklung der datengestützten Qualitätssicherungsverfahren zukünftig nach einheitlichen und transparenten Kriterien erfolgt.

Aufgabengebiet des IQTIG in der externen Qualitätssicherung

Das Aufgabengebiet des IQTIG ist die vergleichende einrichtungsübergreifende Qualitätssicherung der Gesundheitsversorgung nach §136 ff SGB V. Als Stiftungseinrichtung des G-BA ist das Institut fachlich unabhängig (§ 137a Abs. 1 SGB V). Das IQTIG arbeitet v.a. im Auftrag des G-BA, kann aber auch vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beauftragt werden.