Entscheiderfabrik -

Entscheiderfabrik Wegweisende IT-Projekte

Ein Bot, der automatisch kodiert, oder Mitarbeiter, die sich selbst in Schichten einteilen – das sind nur zwei der Top-Five-Digitalisierungsthemen 2020 der Entscheiderfabrik. Doch alle Vorhaben haben eines gemeinsam: Sie entlasten Personal und steigern Qualität mittels cleverer Technik.

Topic channels: Informationstechnik und Entscheiderfabrik

Fach- und Führungskräfte aus Kliniken an die digitale Transformation heranführen – das ist das Ziel der Entscheiderfabrik. Der Zusammenschluss aus Industrie, Verbänden und Pflegeeinrichtungen will das volle Potenzial der Digitalisierung für die Branche zugänglich machen und wählt pro Jahr fünf Themen, die die kommenden zwölf Monate in Teams bearbeitet werden.

Eingereicht werden die Projekte von Industriepartnern, die ihre technischen Innovationen im Livebetrieb testen wollen. Aber auch Entscheider aus Einrichtungen können ihre Ideen zur Wahl stellen. So auch beim Entscheiderevent im Februar dieses Jahres. Das Plenum wählte per App aus zwölf Themen folgende in die Top Five:

1. Reports auf Knopfdruck

Revisionssicher archivieren, Reports auf Knopfdruck abrufen und konform mit neuen Reformen arbeiten. Das Team rund um DMI Archivierung landete mit ihrem Folgeprojekt 2020 auf dem ersten Platz, denn das Thema Big Data wird zunehmend wichtiger, auch im Hinblick auf das neue MDK-Reformgesetz. Das Ziel: Der Chief Data Officer als Berater der Klinikführung und nutzenstiftende Services-Apps auf Basis der hauseigenen Daten.

2. Pflegedoku automatisieren

Softwarehersteller NursIT Institute und Medizinproduktehersteller 3M Medica wollen Pflegenden mehr Zeit verschaffen. Denn das Ziel des Projektes ist die ökonomische Steuerung mittels einer prädiktiven Pflege-Controlling-Unit und die komplette Digitalisierung und Automatisierung der pflegerischen Dokumentation. Das steigert die Erlöse durch korrekte Codierung, entlastet das Medizincontrolling und schafft Sicherheit bei Rechtsfragen.

3. Erlössteigerung aus Big Data

Der Bot von Herr der Lage und Rhenus Archiv Services kodiert 300 Datensätze in sechs Sekunden. Zum Vergleich: Das manuelle Kodieren kann in vier Minuten auch mal nur zwei erlösrelevante Fälle ergeben. Vor allem die Suche in Laborberichten gestaltet sich als zeitaufwendig und Systeme sind oft nicht vernetzt. Zudem übersieht das Programm „Mia Roboting Coding“ nichts und könnte so Erlöse zusätzlich steigern.

4. „Arbeite wann du willst“

Viele Stunden verbringen Führungskräfte mit dem Schreiben des Schichtplans, doch einige Mitarbeiter tauschen ihre Dienste wieder. Ortec bietet die passende Lösung, die Pflegefachpersonen mehr Mitbestimmung und Planern eine Entlastung bietet. Auf Basis historischer und vorhersagbarer Daten errechnet das System den Personalbedarf und Mitarbeiter teilen sich selbst in die entsprechenden Schichten ein. Leitungen müssen nur noch über- oder unterbesetzte Schichten optimieren. Das Ziel: Ein stabiler Dienstplan und zufriedene Mitarbeiter auf Basis der Jahreskapazitätsplanung.

5. Vernetzung bei Schlaganfällen

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde, denn vier Millionen Neuronen gehen dabei im Gehirn verloren. Um Zeit zu gewinnen, müssen Rettungskräfte, Notaufnahme und Neurologen optimal vernetzt sein. Mbits imaging macht dies mit einer App möglich, über die Bilder und Videos ausgetauscht werden können und mittels KI ausgewertet werden. Auch der Standort des Rettungswagens kann live nachverfolgt werden. Das Ziel ist die lückenlose digitale Unterstützung bei der Schlaganfallversorgung. Dabei legen die Entwickler auch besonderen Wert auf eine userfreundliche Bedienung.

Die Wahl der Themen bildet den Startschuss für die Projektarbeit der einzelnen Gruppen. Weiter geht es u.a. beim Sommercamp im Juni, bei dem die Gruppen in Seminaren und Workshops ihren Themen den Feinschliff verleihen. Auf der Medica im November präsentieren die Gruppen ihre finalen Ergebnisse.

Start-up-Preise verliehen

Darüber hinaus wurden beim Digitalisierungsgipfel im Februar zwei Tech-Start-ups ausgezeichnet. Softwareentwickler Weltenmacher erhielt den Preis für einen „Healthcare-Simulator“. Dabei trainieren Pflegekräfte und Patienten mit einer Virtual Reality-Brille die einzelnen Schritte einer Dialyse und können so Fehler in der Praxis vermeiden. Auch Entwicklerfirma ilvi erhielt die Auszeichnung für die gleichnamige Anwendung, die u.a. Gesundheitswerte direkt am Krankenbett erfasst und an das KIS überträgt. Ein mobiles Endgerät verbindet alle weiteren Funktionen.

Mehr zu den Aktivitäten der Entscheiderfabrik finden Sie auf der HCM-Themenseite unter https://www.hcm-magazin.de/entscheiderfabrik/158/31899.

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