Digital Health Lexikon -

Wearables

Wearables sind elektronische Bauteile bzw. Geräte, die mit Sensoren versehen sind und am Handgelenk, am Kopf, in den Ohren, in der Kleidung bzw. auf oder unter der Haut getragen werden. Sie können per Funk mit einem Smartphone oder Tablet gekoppelt oder direkt mit dem Web verbunden sein.

1. Synonyme

Der Begriff Wearables oder Wearable Devices wird oft im Zusammenhang mit Wearable Computing bzw. Ubiquitous Computing und Pervasive Computing verwendet. Im weiteren Sinn zählen auch mobile Endgeräte wie Smartphones, Handhelds oder PDAs dazu.

2. Kurzhistorie

Möglicherweise ist der erste Meilenstein für Wearables die Vorstellung des iPhone im Jahr 2007 (obwohl es schon davor tragbare Geräte, wie z.B. Bluetooth-Headsets, gab). In weiterer Folge kamen Fitness-Tracker und Smartwatches auf den Markt. Zwischen 2014 und 2018 hat sich der weltweite Absatz von Wearables auf 172 Millionen Stück versechsfacht.

3. Ziel

Wearables sind wichtige Elemente im Zusammenhang mit dem Internet of Medical Things (IoMT) und haben sehr großes disruptives Potenzial für Gesundheitsversorgungsprozesse.

4. Wesentliche Merkmale

Wearables besitzen smarte Sensoren, mittels derer verschiedenste Größen gemessen werden können. Zu den Größen zählen Ortskoordinaten, Meereshöhe bzw. Luftdruck, physikalische Größen wie Beschleunigung, Druck, Temperatur sowie Vitalparameter wie Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung, Herzratenvariabilität etc. Selbst Elektrokardiogramme (EKG), Elektromyogramme (EMG) und Elektroenzephalogramme (EEG) sind möglich. Wearables verarbeiten die Daten ggf. weiter und können sie auch über Funktechnologien versenden.

Je nach Anwendung und Art des Tragens unterscheidet man: Smartwatches, Datenbrillen, Headsets, smarte Ohrhörer, Technology Tattoos, Fitness-Tracker, Laufuhren, Smart Clothing, Smart Jewellery usw. Wearables können auch in Textilien eingewoben sein. Wenn sie unter der Haut getragen werden, spricht man von Insideables.

5. Wesentliches Einsatzgebiet

Neben der Verwendung im Wellness- und Fitnessbereich sowie der Gesundheitsförderung können Wearables ihren Einsatzbereich in allen Formen telemedizinischer Prozesse, der Rehabilitation bis zu klinischen Studien im häuslichen Umfeld haben.

Oft steht die kontinuierliche Messung von Vitalparametern im Vordergrund, deren Daten mit Methoden der künstlichen Intelligenz analysiert werden bzw. zur Entscheidungsunterstützung für konkrete Interventionen dienen.

Auch die Bereiche Self Diagnosis und Self Care bzw. Active Assisted Living (AAL) werden durch Wearables stark unterstützt.

Generell wird auch erwartet, dass Wearables zum Patient-Empowerment und der Erhöhung der Gesundheitskompetenz (Health Literacy) beitragen.

6. Unterscheidung von ähnlichen Begriffen

Keine

DHL_DI Dr. Robert Mischak MPH

Autor:

DI Dr. Robert Mischak MPH

Instituts- und Studiengangsleiter für eHealth

Departmentvorsitzender für Angewandte Informatik

Fachhochschule JOANNEUM

robert.mischak@fh-joanneum.at

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