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Nuance-Healthcare-Studie Was wird von einem digitalen Gesundheitswesen erwartet?

Die Deutschen haben große Erwartungen an die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung, aber sind von ihren Kompetenzen im Umgang damit nicht überzeugt. Es wird mehr Aufklärung gewünscht.

Themenseite: Digitalisierung

Die Bürger in Deutschland versprechen sich von einem digitalen Gesundheitswesen deutlich bessere Heilungschancen sowie mehr Zeit für die Arzt-Patienten-Kommunikation. Das hat eine repräsentative Umfrage mit dem Titel "Erwartungen an die Digitialisierung des Gesundheitswesens" von Nuance Healthcare unter mehr als 2.000 Menschen in Deutschland zeigt. Jedoch herrsche bezüglich der Digitalisierung des Gesundheitswesens noch große Verunsicherung; lediglich 26 Prozent der Befragten fühlt sich ausreichend informiert. Immerhin: Über 70 Prozent der Bürger sind laut Nuance und Umfrageerbenisse bereit, sich aktiv um eine höhere Digitalkompetenz für ihre Gesundheitsversorgung zu bemühen.

„In Deutschland gab es noch keine Kampagne die großflächig über den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen informiert; die Diskussion verweilt in Branchen- und Expertenkreisen. Dies verdeutlicht die aktuelle Nuance Umfrage. Sie zeigt gleichzeitig aber auch eine hohe Bereitschaft der Bürger, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen“, sagt Martin Eberhart, General Manager Nuance Healthcare in DACH. Insgesamt 77 Prozent der Befragten geben an, über nicht genügend Digitalkompetenz im Gesundheitsbereich zu verfügen oder nicht einschätzen zu können, ob diesbezüglich Nachholbedarf besteht. 32 Prozent gaben an, sich über digitale Angebote, wie die elektronische Patientenakte, selbst informieren zu wollen, 13 Prozent wünschen sich eine Aufklärung durch den Arzt und jeder zehnte Befragte würde einen Kurs der Krankenversicherung besuchen.

Heilungschancen ist höchster Akzeptanzfaktor für Digitalisierung

Insgesamt erwarten sich die Bürger laut Umfrageergebnisse von der Digitalisierung bessere Heilungschancen, beispielsweise durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der früheren Diagnose von Lungen- oder Hautkrebs; dazu wünscht sich jeder vierte mehr Informationsangebote. Die eigene Krankengeschichte im Überblick zu haben oder gar auf einen Praxisbesuch verzichten zu können, sehen nur zehn bzw. sieben Prozent der Befragten als Vorteil. Die Nutzung von Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken wird von 6,7 Prozent der Befragten als vorteilhaft bewertet.

„Viele Digitalisierungsschritte sind für den Patienten nicht sichtbar. Wenn beispielsweise der Entlassbrief sofort mitgegeben wird, dann ist das die Folge des vermehrten Einsatzes von Spracherkennung. Für viele Patienten ist das heute selbstverständlich; vor ein paar Jahren dauerte dies aber noch Wochen und Monate“, erklärt Eberhart. „Umso verständlicher ist es, dass verbesserte Heilungschancen als größter Vorteil der Digitalisierung gesehen werden. Dafür werden jedoch Gesundheitsdaten der Bürger benötigt – dieser Zusammenhang muss in der öffentlichen Diskussion bewusst gemacht werden.“

Digitalisierung bedarf einer breiten gesellschaftlichen Diskussion

Deutschland gilt europaweit als Nachzügler bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Doch die Bundesregierung will jetzt das Thema voranbringen und bis 2021 alle Bürger mit einer eigenen elektronischen Patientenakte ausstatten. Experten, wie Jörg Studzinski, Research Leiter bei HIMSS Analytics in Europa, fordern daher eine breite gesellschaftliche Diskussion und umfassende Aufklärung: „Aufklärung in punkto Digitalisierung des Gesundheitswesens ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass Deutschland in diesem Punkt vielen anderen Ländern in Europa hinterher hängt und das Patienten anderswo bereits spürbar mehr Möglichkeiten haben, sich mittels digitaler Technologien selbst aktiv und informiert um die eigene Gesundheitsversorgung zu kümmern. Hier müssen Politik, Verbände, Gesundheitseinrichtungen, Ärzteschaft und Technologieanbieter gemeinsam für mehr Transparenz, Verständnis und ein höheres Tempo sorgen. Die Tatsache, dass sich viele Bürger nicht ausreichend informiert fühlen, spiegelt unsere Erfahrung aus Krankenhäusern wieder. Denn selbst in den Gesundheitseinrichtungen besteht noch immer kein umfassendes Verständnis der Chancen und Risiken von Digital Health.

Mit der Inbetriebnahme der Telematikinfrastruktur sei ein wichtiger Schritt in Richtung eines zukunftsweisenden Gesundheitssystems getan. Rund 225.000 Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser, Psychotherapeuten und andere Akteure des Gesundheitswesens werden zukünftig sicher vernetzt sein.

Sie können die Studie kostenlos hier downloaden.

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