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Healthy Economics Was die Ökonomie von der Medizin lernen kann

Ökonomische Methoden auf die Medizin anzuwenden, ist ganz üblich (man denke an „Gesundheitsökonomie“, „Pharmakoökonomie“ usw.). Seltener wird umgekehrt gefragt: Was kann man aus der Medizin für die Ökonomie lernen?

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Ökonomische Methoden auf die Medizin anzuwenden, ist üblich (man denke an Gesundheitsökonomie, Pharmakoökonomie usw.). Seltener wird umgekehrt gefragt: Was kann man aus der Medizin für die Ökonomie lernen?

In einer früheren Veröffentlichung konnte gezeigt werden, dass man zwar nichts von medizinischen Gegenständen wie Krankheiten für die Ökonomie lernen kann, sehr wohl aber von der medizinischen Theorie. Es bringt nichts, wenn man „Fieber“ und „Überhitzung des Marktes“ vergleicht, wohl aber, das Vorgehen der Medizin mit der Ökonomie. Insbesondere erkennt man, dass die Grundlagen der Medizin – Anatomie und Physiologie – aus der Empirie gewonnen werden, hingegen die Annahmen der neoklassischen Volkswirtschaftlehre (Stichworte: Homo oeconomicus, Institutionen, Transaktionskosten) spekulativ sind (Thielscher 2014).

Das war auch in der Medizin nicht immer so. Von der Antike bis in die Neuzeit hinein funktionierte die Medizin ganz ähnlich wie heute die Volkswirtschaftslehre. Galen ging z.B. davon aus, dass Gesundheit auf der richtigen Mischung der Körpersäfte beruht (gelber und schwarzer Galle, Blut und Schleim). Diese Säfte hatten unterschiedliche Eigenschaften, u.a. waren sie „warm“ bzw. „kalt“. Krankheiten entstanden der Humoralpathologie zufolge, wenn das Säftegleichgewicht gestört war. Die Behandlung musste dann „entgegengesetzt“ sein.

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