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Pflegekräftemangel Was das Recruiting vom Onlinemarketing lernen kann

Die Suche nach neuen Mitarbeitern ist eine der größten Herausforderungen im Pflegesektor. Umso wichtiger, die Kandidaten mit modernen Methoden zu suchen – das meinen Christian Mihm und Carsten Dunn.

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Christian Mihm und Carsten Dunn betreiben mit ihrer Firma Lieblingslead die Pflegekräfte-Community „Pflege Queen“. Die Onlineexperten helfen seit einigen Jahren Betreibern von Pflegeeinrichtungen, die richtigen Mitarbeiter zu finden – und das mit beachtlichem Erfolg. Für Health&Care Management haben sie ihre drei wichtigsten Tipps verraten.

Tipp 1: Denken Sie wie ein Werbeprofi

Wenn Sie einen Job ausschreiben, machen sie letztlich nichts anderes als Werbung. Nur dass Ihr Produkt kein Schokoriegel ist, sondern ein Arbeitsplatz. Schaut man sich gängige Stellenanzeigen für Pflegekräfte an, spürt man von dieser Denkweise wenig. Die Job-Ausschreibungen enthalten v.a. Anforderungen: „Wer diesen Schokoriegel essen möchte, sollte mindestens fünf Jahre Erfahrung mitbringen, teamfähig sein und sich mit den Zielen der Schokofabrik identifizieren“ – würden Sie zugreifen? Es ist ja nicht so als dass Pflegekräfte nicht wüssten, was ihr Job mit sich bringt. Daher kann man sich diese Anforderungen auch sparen. Liefern Sie stattdessen beim ersten Kontakt Argumente FÜR und nicht GEGEN Ihren Job.

Genauso wichtig ist das Format: Besser als ein Text auf irgendeinem Portal ist ein emotionales Video von einem Absender, dem die Kandidaten bereits vertrauen, das dann als Anzeige ausgespielt wird. Selbst namhafte Kliniken wie das Klinikum Bielefeld, Sana Kliniken oder die Fachkliniken Bad Pyrmond und Herzogenaurach konnten ihre Bewerbungszahlen auf ein neues Level heben seit sie ihre Anzeigen mit unserem Absender schalten.

Tipp 2: Sprechen Sie nicht nur die aktiv Suchenden an

Natürlich, in Zeiten, in denen es haufenweise suchende Kandidaten gibt, reicht es aus, eine Stellenanzeige in die Tageszeitung oder die bekannten Stellenbörsen einzustellen – aber eine solche Zeit haben wir gerade nicht. Zudem finden Sie an diesen Orten nur diejenigen Kandidaten, die ohnehin auf der Suche sind. Und stehen in direktem Wettbewerb zu allen, denen auch nichts Besseres eingefallen ist. Wollen Sie einfacher an Kandidaten kommen, sollten Sie Pflegekräfte dort kontaktieren, wo sie sich immer wieder aufhalten – auch wenn sie keinen Job suchen. Ein solcher Ort ist beispielsweise Facebook. In unserer Facebook-Gruppe „Pflege Queen“ tauschen sich mehr als 10.000 Pflegekräfte aus Deutschland über alle Themen rund um ihren Beruf aus. Die Ergebnisse dieser Vorgehensweise sind beachtlich: Einer unserer Kunden in der Region Dresden erhielt innerhalb von vier Tagen 25 Bewerbungen.  

Tipp 3: Behandeln Sie Kandidaten wie Kunden

Sind Kandidaten dann dank einladender Werbung in der richtigen Community auf Sie aufmerksam geworden, haben Sie beim Gespräch keine Leute vor sich sitzen, deren letzte Chance der Job bei ihnen ist – sondern selbstbewusste Mitarbeiter, die zu Ihnen kommen wollen, aber nicht müssen. Dementsprechend sollten Sie diese behandeln. Das bedeutet z.B.: Seien Sie schon beim ersten Telefonat vorbereitet. Fragen sie nach Wünschen und äußern Sie nicht nur Ihre eigenen (s. Tipp 2). Richten Sie sich bei der Vereinbarung weiterer Termine nach den Wünschen der Kandidaten. Und geben Sie den potenziellen Mitarbeitern die Anerkennung, die sie sich wünschen und verdient haben. Mit diesem Rezept wurden als den oben erwähnten 25 Bewerbungen immerhin zwei neue Festanstellungen binnen weniger Tage. Denken Sie daran: Nicht der Kandidat will etwas von ihnen, sondern sie von ihm.

Fazit: Ohne Aufwand kein Ertrag

Sicherlich ist das Recruiting für Pflegeeinrichtungen heute kein Selbstläufer mehr. Aber mit den richtigen Werkzeugen und der richtigen Attitüde ist es auch heute noch möglich, ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. Ein Team, dass Ihre Einrichtung noch erfolgreicher macht.

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