Warum das Knorpel-Register ein Gewinn für alle Beteiligten ist

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Das Knorpel-Register gibt es seit Oktober 2013. Jetzt hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) eine erste Bilanz gezogen. Bald soll eine wissenschaftliche Publikation folgen.

Anderthalb Jahre Knorpel-Register: Die DGOU zieht eine erste Bilanz. – © psdesign1 (Fotolia.com)

Mehr als 800 Operationsdaten nach knorpelchirurgischen Eingriffen wurden bisher in das Knorpel-Register aufgenommen. Auf diese Weise verfolgt die DGOU den Heilungsverlauf nach Knieoperationen zur Knorpelreparatur über fünf Jahre. Mittlerweile werden die Daten von mehr als 50 Kliniken zusammengeführt. Die sich daraus ergebende Datenmenge erlaubt es Experten, wissenschaftliche Fragen zu beantworten, verschiedene Operationstechniken zu vergleichen und Komplikationen auszuwerten.

Für Prof. Dr. Philipp Niemeyer von der Arbeitsgruppe Klinische Geweberegeneration der DGOU ist das Register „eine Win-Win-Option für alle Beteiligten“. Wissenschaftler profitierten von Daten für die Versorgungsforschung und Patienten, weil sie durch das regelmäßige Ausfüllen online-gestützter Fragebögen einer besseren Kontrolle und Beurteilung ihres Genesungsverlaufes unterlägen. „Und auch für bisher nicht am Register beteiligte Experten ergibt sich ein positiver Effekt – sie profitieren von den 
Forschungsergebnissen und können zukünftig eine Knorpeltherapie auf neuestem medizinischem Niveau leisten“, sagt Niemeyer, der als Sektionsleiter Knorpelchirurgie an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg arbeitet.

Knorpel-Register: Erste Auswertung kommt im Herbst 2015

Erste Auswertungen und wissenschaftliche Publikationen aus dem Knorpel-Register DGOU plant die AG Klinische Geweberegeneration für Herbst 2015. „Es wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis wir die Ergebnisse in eine Leitlinie einfließen lassen können“, sagt Niemeyer.

Aufbau des Registers nach skandinavischem Vorbild

Das Knorpel-Register DGOU wurde nach Vorbild der skandinavischen Register zur Behandlung der Kreuzbänder aufgebaut und ging im Oktober 2013 an den Start. Nach erfolgreicher Implementierung des „Kniemoduls“ sind 2015 die Module „Sprunggelenk“ und „Hüfte“ dazugekommen. Das Register ist eine innerärztliche durch die Fachgesellschaft initiierte Qualitätssicherungsmaßnahme. Es arbeitet industrieunabhängig und wird durch die Deutsche Arthrosehilfe und die Oscar-Helene-Stiftung unterstützt.