Digitalisierung -

Patientenumfrage Datapuls 2021 Vorteile von Videosprechstunden erkannt – aber selten genutzt

Knapp 20 Prozent der Deutschen erwägen im Krankheitsfall eine Online-Konsultation. Doch trotz Aufgeschlossenheit hegt ein Großteil Vorbehalte. Das ergab die bundesweite Studie zur Digitalisierung des Gesundheitswesens "Datapuls 2021". Weitere Ergebnisse im Überblick.

Topic channels: Telemedizin und Digitalisierung

Herr Müller bitte ins Online-Behandlungszimmer, Herr Müller bitte: Für knapp jeden dritten Deutschen (31,3 Prozent) hat die Videosprechstunde im Zuge der Pandemie an Bedeutung gewonnen. Rund zwei Drittel (61,3 Prozent) erwarten zudem, dass sie in den kommenden zwei Jahren noch relevanter wird. Dennoch fragen viele Patienten ihren Arzt weiter offline nach Rat. Das geht aus der repräsentativen Umfrage "Datapuls 2021" des Praxis-WLAN- und Kommunikationsdienstleisters Socialwave aus München hervor, der in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Marktforschungsinstitut Consumerfieldwork 1.005 Menschen über 18 Jahre zur Digitalisierung des Gesundheitswesens befragt hat.

"Die Studienergebnisse unterstreichen, dass Digitalformate seit Beginn der Pandemie Konjunktur haben – auch abseits der normalen Arbeitswelt. Viele erkennen durch Corona zum ersten Mal einen Sinn in telemedizinischen Behandlungsmöglichkeiten. Trotz der Aufgeschlossenheit hegt ein Großteil der Deutschen gleichzeitig Vorbehalte", erklärt Felix Schönfelder, Geschäftsführer der Socialwave GmbH.

Viele vermeiden seit Corona Arztbesuche

Die Pandemie hat das telemedizinische Angebot in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit getragen. Mehr als die Hälfte der deutschen Versicherungsnehmer (54,3 Prozent) versucht seit Beginn der Pandemie, Arztbesuche nach Möglichkeit zu vermeiden. Nur jeder Fünfte (19,1 Prozent) würde allerdings in den kommenden zwölf Monaten im Krankheitsfall tatsächlich selbst einen Arzt per Videoschalte konsultieren.

"Die Ergebnisse offenbaren eine Diskrepanz zwischen dem erkannten Nutzen und der Akzeptanz von Videosprechstunden. Das Angebot alleine wird nicht ausreichen, um die Breite der Bevölkerung davon zu überzeugen, Videosprechstunden ergänzend zur klassischen Sprechstunde zu nutzen. Mediziner sind gefordert, ihren Patienten Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Visite zu aufzuzeigen – und gegebenenfalls dazu zu ermuntern, es auszuprobieren", konstatiert Schönfelder.

Mehrheit der Deutschen hat noch keine Videosprechstunde genutzt 

In Deutschland können Ärzte bereits seit mehr als drei Jahren Videosprechstunden durchführen und bei der Krankenkasse abrechnen lassen. Dennoch hat die Nachfrage nach Videokonsultationen erst durch die Pandemie deutlich zugelegt. Laut Trendreport des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung Deutschland (Zi) wurden zwischen dem 4. März und dem 30. Juni 2020 in Deutschland insgesamt 1,24 Millionen Videosprechstunden durchgeführt, während es im Vorjahreszeitraum wenige tausend waren. Auch nach einem Jahr Pandemie-Geschehen in Deutschland bleibt viel Luft nach oben: Die Mehrheit der Deutschen (94,6 Prozent) hat bislang immer noch keine Videosprechstunde in Anspruch genommen.

Über "Datapuls 2021" – Patientenbefragung zur Digitalisierung des Gesundheitswesens 

Datapuls 2021 ist eine bundesweite, repräsentative Studie zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die Studie versteht sich als langfristiges Barometer für die Patientenperspektive. Ihr Erkenntnisinteresse liegt bei der Erforschung der Bedürfnisse und Bedenken der Versicherungsnehmer mit Blick auf die großen Telemedizin-Projekte in Deutschland wie die elektronische Patientenakte (ePA), das E-Rezept oder die digitale Sprechstunde sowie andere gesundheitsbezogene Alltagsanwendungen. Herausgeber der quantitativen Erhebung ist die Socialwave GmbH, Lösungsanbieter für Praxis-WLAN und digitale Arzt-Patienten-Kommunikation. Durchgeführt hat die Befragung das Hamburger Marktforschungsinstitut Consumerfieldwork im Zeitraum zwischen dem 3. und 9. Dezember 2020. Weitere Informationen zur Studie

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