Krankenhausapotheke Vollautomatisches Arzneimittellager am Universitätsklinikum Minden

Der neue Kommissionierer der Zentralapotheke der Mühlenkreiskliniken liefert stündlich bis zu 1.200 Medikamente aus.

Arzneimittellager
Das neue, etwa zehn Meter lange und drei Meter hohe, Hochregallager bietet mehr als 30.000 Medikamentenpackungen Platz. Der Kommissionierer fährt mit Tempo 30 durch die Regalreihen. – © Mühlenkreiskliniken/Sven Olaf Stange

Im Arzneimittellager liegen mehr als 30.000 Medikamentenpackungen – von der Kopfschmerztablette bis zum Narkosemittel Propofol. Die Arzneimittel werden vollautomatisch und in rasender Geschwindigkeit ausgeliefert.

„Die Stationen bestellen digital die benötigten Medikamente, diese Bestellungen gehen direkt an den Kommissionierer. Dieser kann dann binnen kurzer Zeit die Arzneimittel zum Abtransport bereitstellen – alles vollautomatisch. Es gibt kein Suchen, kein aufwändiges Entziffern von Anforderungslisten oder sonstige Fehlerquellen“, sagt der Apothekendirektor Dr. Florian Immekus. Seitdem der neue Carryfix Pusher – wie der moderne Kommissionierer heißt – seine Arbeit im Universitätsklinikum Minden aufgenommen hat, hat sich der Ablauf von Bestellung und Arzneimittelbelieferung sowohl zeitlich wie auch hinsichtlich von Fehlbelieferungen deutlich verbessert. „Wir konnten unsere Kapazitäten durch den Automaten deutlich erhöhen und eine zeitgerechte Bereitstellung auch größerer Arzneimittelmengen sicherstellen“, berichtet der Apothekendirektor.

Automatische Auffüllung des Arzneimittellagers

Auch die Auffüllung macht der Kommissionierer vollautomatisch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Apotheke müssen einzig den Barcode eines Arzneimittels einscannen, und schon sucht der Kommissionierer ein von der Größe passendes Fach. Alle Packungen des Medikaments werden nun an diesem Ort abgelegt. So wird sichergestellt, dass der zur Verfügung stehende Platz optimal ausgenutzt wird. Eine anderweitige Sortierung nach Alphabet oder Wirkstoffen, wie sie früher in Apotheken üblich war, entfällt.

Die Zentralapotheke der Mühlenkreiskliniken am Universitätsklinikum Minden versorgt auch die Krankenhäuser in Lübbecke, Rahden und Bad Oeynhausen mit den notwendigen Arzneimitteln.

Dabei zeigten sich in den vergangenen Jahren die Vorzüge einer zentralen Apotheke, berichtet Immekus: „Wir können als große Krankenhausapotheke sehr viel besser auf die leider häufigen Lieferengpässe reagieren. Wir haben größere Lagerbestände und damit eine höhere Flexibilität und Sicherheit bei gleichzeitig geringeren Kosten. Das hat uns beispielsweise während der coronabedingten Lieferengpässe sehr geholfen. Bisher konnten wir diese gut ausgleichen oder durch Alternativpräparate kompensieren, sodass es zu keinen Einschränkungen bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten gekommen ist.“