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VKD-Umfrage: Die Hälfte aller Krankenhäuser im Defizit

Rund die Hälfte der Krankenhäuser der Grundversorgung schreibt weiterhin rote Zahlen, bei den Maximalversorgern und Universitätskliniken sind 43 Prozent im Minus. Das sind erste Ergebnisse einer Umfrage, die der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat.

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"Die Gründe dafür sind in der Regel nicht schlechtes Wirtschaften, sondern nach gut zehn Jahren die Unwucht des DRG-Systems und die Unterfinanzierung bei den Investitionen", erläutert VKD-Präsident Dr. Josef Düllings auf einer Pressekonferenz in Berlin. Er weist außerdem darauf hin, dass es für Krankenhäuser heute nicht ausreiche, schwarze Zahlen zu schreiben. Langfristig überlebensfähig seien nur Kliniken, die eine Umsatzrendite von mindestens vier Prozent erwirtschafteten, denn die Häuser müssten aus den Fallpauschalen auch Investitionen tätigen. Dies sei der Umfrage zufolge jedoch nur bei 7,6 Prozent der Kliniken der Fall. "Mehr als neun von zehn Krankenhäuser können ihre Zukunft also nicht aus eigener Kraft sicherstellen", resümiert der VKD-Präsident.

Bei den fehlenden Investitionen seien die Bundesländer in der Pflicht, laut Düllings fehlten hier 3 Milliareden Euro. Er fordert auch den Bund auf, weitere Mittel aus dem Bundeshaushalt für die Kliniken zur Verfügung zu stellen. Eine wirtschaftlich gesicherte Krankenhausversorgung sei Teil der Daseinsvorsorge des Staates für seine Bürger. Düllings: "Wie kann man den Krankenhäusern ‚beste Qualität‘ abverlangen und selbst bei der Qualität der Investitionsfinanzierung so eklatant versagen?" Die Politik erkenne offensichtlich nicht die Gestaltungskraft von Investitionen für die Wirtschaftlichkeit der Krankenhäuser und damit auch für die Verbesserung der Qualität.

Der VKD hat in seiner Umfrage 1.800 Geschäftsführer, Vorstände und Verwaltungsdirektoren von Dezember 2014 bis Januar 2015 zur Lage der Krankenhäuser befragt.

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