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Dynamische Skoliosekorrektur Vertebral Body Tethering: Operationskurse in der Eifel

Eine verkrümmte Wirbelsäule begradigen bedeutet versteifen. Doch mit einer innovativen Operationsmethode erhält ein Experte die Beweglichkeit von Patienten mit Skoliose und verkürzt die Heilung. Dieser spezielle Eingriff zieht mittlerweile Ärzte aus ganz Europa in die Eifelklinik St. Brigida.

Themenseite: Fort- und Weiterbildung

Das europaweit einzige Referenzzentrum für die nicht-versteifende Skoliose-Operationsmethode „Vertebral Body Tethering“ zieht internationale Ärzte in die Eifelklinik St. Brigida, um dort in der dynamischen Skoliosekorrektur (DSK) ausgebildet zu werden. Chefarzt Dr. Per Trobisch, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie, erlernte die Behandlungsmethode gegen die Wirbelsäulenverkrümmung in Philadelphia und führte das Verfahren vor rund zwei Jahren in Europa ein. Vor allem Kinder und Jugendliche profitieren von der Methode, da sie die Beweglichkeit der Wirbelsäule mittels eines Polyethylen-Kabels erhält – wie im Fall der zwölfjährigen Johanna, die kürzlich als 100. Patientin erfolgreich auf diese Weise operiert wurde.

Vertebral Body Tethering: Operationskurse in der Eifel

Bereits über vierzig internationale Gastärzte haben die neuartige Behandlungstechnik über einen Operationskurs oder eine Hospitation in der Nordeifel unter der Leitung von Trobisch erlernt. Die amerikanische Implantatefirma besteht darauf, dass Chirurgen zuerst eine Schulung absolvieren, um die Methode anwenden zu dürfen. Dies soll die Qualität der Behandlung garantieren. „Es geht dabei darum, die Operation zu verstehen und die Methode zu erlernen. Zwischen der Hospitation bei uns und der ersten eigenen Operation liegt ungefähr ein Jahr. Bei der ersten Operation bin ich häufig dabei und fliege dafür quer durch Europa“, berichtet Trobisch. So war er bereits in Österreich, Schweden, Italien und Ende dieses Jahres voraussichtlich in Griechenland.

Portrait Dr. Per Trobisch

Von Philadelphia in die Eifel

Vor zehn Jahren gelang Dr. Randal Betz aus Philadelphia, der als Pionier der nicht-versteifenden Skoliosechirurgie gilt, die Innovation mit dem sogenannten Vertebral Body Tethering. Der minimal-invasive Eingriff ermöglicht im Gegensatz zur Versteifung eine schnellere Genesungszeit. Gemeinsam mit ihm hat Trobisch seit 2010 erste Fälle mit der neuartigen Methode am Shriners Krankenhaus in Philadelphia behandelt. Seit Frühjahr 2017 ist dieses Operationsverfahren auch in Europa zugelassen, wo es durch das Referenzzentrum eingeführt und etabliert wurde.

Am meisten freuen sich aber wohl junge Patienten wie die zwölfjährige Johanna aus Thüringen, die oftmals nach nur sechs Wochen nach dem Eingriff wieder anfangen dürfen, Sport zu treiben und ihren aktiven Alltag so schnell wieder aufnehmen können.

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