Versorgungsgesetz: Neuordnung der ambulanten Onkologie

Die Neuordnung des ambulanten Sektors soll drohende Versorgungsprobleme und unnötige Kosten vermeiden. Für einen eigenständigen spezialärztlichen Versorgungssektor „ambulante Onkologie“ plädiert jetzt ein aktuelles Gutachten.

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In Auftrag gegeben wurde die u.a. von Prof. Jürgen Wasem verfasste Expertise vom Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland (BNHO), der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) sowie der Deutschen Krebsgesellschaft. Prof. Mathias Freund, Schatzmeister der DGHO, sagt: „Es gibt keinen Bereich, wo die Aufhebung der Sektorengrenzen so notwendig ist wie in der Onkologie.“

Gesundheitsökonom Wasem von der Universität Duisburg-Essen weist darauf hin, dass an der ambulanten onkologischen Versorgung niedergelassene Vertragsärzte, Krankenhaus- und Hochschulambulanzen teilnehmen, die jeweils spezifischen Bedingungen hinsichtlich Vergütung, Qualifizierung etc. unterliegen. Wasem konstatiert: „Es handelt sich dabei um keinen schlüssigen, konsistenten Entwurf, der am Wohl des Patienten orientiert ist.“

Dagegen soll der im Gutachten propagierte eigenständige spezialärztliche Versorgungssektor ambulante Onkologie eine effiziente und bedarfsgerechte Versorgung aller Patienten mit gesicherter Krebsdiagnose gewährleisten. Demnach legt der Gesetzgeber basierend auf der Weiterbildungsordnung die grundsätzliche Zugangsberechtigung der Leistungserbringer zum neuen Sektor fest, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) soll einheitliche personen- und einrichtungsbezogene Qualitätsanforderungen formulieren.

Auf der Landesebene sieht das Gutachten ein Steuerungsgremium „Landesausschuss Ambulante Onkologie“ vor. Dessen Aufgabe ist es, die persönlichen und einrichtungsbezogenen Qualifikationsanforderungen bzw. Qualitätskriterien zu überprüfen. Der Ausschuss setzt sich aus Kassenärztlichen Vereinigungen, der Landeskrankenhausgesellschaft und den Landesverbänden der Krankenkassen zusammen, das Land erhält ein Mitberatungsrecht.

In puncto Vergütung macht das Gutachten folgenden Vorschlag: Es ist ein einheitliches Vergütungssystem zu schaffen, Grundlage dafür soll eine auf Bundesebene in dreiseitigen Verträgen vereinbarte Systematik sein. Diese bundesweit geltende soll jedoch Spielraum für regionale Besonderheiten (z.B. Vermeidung von Unterversorgung) lassen.