Politik -

Neue Initiative Versorgungsdaten und Forschung besser verknüpfen

Eine neue Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) will Daten aus Krankenversorgung und Forschung besser nutzbar machen. In den nächsten fünf Jahren stellt es dafür 100 Millionen Euro in Aussicht. Vor allem die deutschen Universitätskliniken freuen sich darüber.

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Versorgungsdaten und Forschung besser verknüpfen

Zunächst sollen an Universitätskliniken und Partnereinrichtungen sogenannte Datenintegrationszentren aufgebaut und vernetzt werden. Sie sollen sich einem zentralen Problem in Forschung und Versorgung widmen: den unterschiedlichen Datenformaten und -strukturen, die bislang immer wieder verhindern, dass Forschungs- und Versorgungsdaten standortübergreifend verknüpft werden und für neue große Studien nutzbar sind. Das BMBF-Konzept sieht außerdem vor, innovative IT-Lösungen für konkrete medizinische Anwendungen zu entwickeln.

„Schon heute produzieren Klinik und Forschung sehr viele Daten. Immer mehr Röntgenbilder, Arztbriefe oder Laborwerte werden elektronisch erfasst, und gleichzeitig erlauben es neue biomedizinische Technologien, zum Beispiel das gesamte Erbgut von Tumorproben in kürzester Zeit zu entschlüsseln“, schreibt das BMBF. Aber bisher würden diese Daten noch zu wenig miteinander verknüpft und in Verbindung gebracht werden. „Zusammen mit Behandlungsdaten, die der Arzt über einen längeren Zeitraum aufzeichnet, lassen sich der Verlauf und die Komplexität einer Krankheit viel genauer beschreiben“, ist sich das BMBF sicher.

Michael Albrecht, Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), erkennt großes Potenzial in dem Förderprogramm und sieht es als „wichtiges Aufbruchssignal für Forschung und Gesundheitsversorgung“.

In einer Konzeptphase wird das BMBF nun sieben Konsortien fördern. Sie umfassen jeweils mindestens zwei Universitätskliniken sowie weitere Krankenhäuser, medizinische Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen und sollen Strategien für die gemeinsame Datennutzung und den Datenaustausch entwickeln. Ein nationales Steuerungsgremium koordiniert die Zusammenarbeit der Konsortien.

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