Politik -

Versorgung für Kliniken öffnen?

Kliniken in ländlichen, strukturschwachen Gebieten sollen für die ambulante fachärztliche Versorgung geöffnet werden. Darüber hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" laut nachgedacht.

Die Niedergelassenen sehen den Vorstoß kritisch, die Kliniken begrüßen ihn. Nach Ansicht von Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), stehen die Krankenhäuser in ländlichen Regionen vor genau den gleichen Problemen wie die Niedergelassenen. "Sie suchen händeringend Ärzte", erklärt er. Eine Öffnung sei für die Kliniken kaum verkraftbar, glaubt er. Gassen weist auch auf die Wirkung hin: Ein solches politisches Signal wäre – gerade dann, wenn man alles dafür tue, junge Ärzte für die Niederlassung zu gewinnen – "kontraproduktiv", sagt der KBV-Chef.

Unterstützung erhält Gröhe hingegen von den Krankenkassen und Kliniken. "Die Kliniken haben die Erwartung, dass die nach wie vor bestehenden Barrieren an der ambulant-stationären Schnittstelle abgebaut werden", erklärt Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Von besonderer Dringlichkeit sei zudem die Lösung des ambulanten Notfallproblems. Unterstützung gibt es für Gröhe auch von Christian Zahn, Vorsitzender des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). Er hatte ebenfalls eine Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Grundversorgung in ländlichen und strukturschwachen Gebieten gefordert. Aus Sicht von Zahn ist das nötig, um auf die regionalen und generationsspezifischen Bedürfnisse und Bedarfe der Menschen gerade im ländlichen Raum zu reagieren.

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