Kooperation zwischen Charité und AOK Nordost Verbesserte Versorgung für Kopfschmerzpatienten

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Die AOK Nordost und die Charité haben den Versorgungsvertrag KopfschmerzSPEZIAL geschlossen. Dieser soll die Diagnose und Behandlung von Menschen mit chronischen Kopfschmerzen verbessern. So soll eine längerfristige Therapie und medizinische Unterstützung dieser Patienten für die Region gesichert sein.

Nach Angaben der AOK Nordost leidet etwa drei Prozent der Bevölkerung an chronischen Kopfschmerzen. Die Kooperation mit der Charité soll die Versorgung von Kopfschmerzpatienten in der Region verbessern. – © Photographee.eu (Fotolia.com)

Etwa 70 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden laut AOK Nordost innerhalb eines Jahres unter Kopfschmerz, drei Prozent sind von schweren chronischen Kopfschmerzen betroffen. Um deren Versorgung zu verbessern, haben die AOK Nordost und die Kopfschmerzambulanz der Charité – Universitätsmedizin Berlin einen Kooperationsvertrag nach § 140 a SGB V geschlossen.

Chronische Kopfschmerzen richtig behandeln

Der Versorgungsvertrag KopfschmerzSPEZIAL sieht nach Angaben der AOK Nordost die strukturierte Diagnostik von chronischen Kopfschmerz- und Migränepatienten innerhalb der Kopfschmerzambulanz der Charité vor. Die Schmerzexperten würden zudem eine abgestimmte Medikamententherapie erstellen, begleitende Maßnahmen wie beispielsweise eine Verhaltens- oder Bewegungstherapie einleiten und die Betroffenen beim täglichen Umgang mit ihrer Krankheit beraten.

Privatdozent Dr. Uwe Reuter, Leiter der Kopfschmerzambulanz, erklärt hierzu: „Menschen, die an chronischen Kopfschmerzen und Migräne leiden, finden im ambulanten Sektor häufig nur punktuell Therapieangebote, die dem biopsychosozialen Charakter der Erkrankung Rechnung tragen. In der Kopfschmerzambulanz erhalten die Betroffenen die bestmögliche Diagnostik und eine individuell maßgeschneiderte Therapie aus einer Hand.“

Nachhaltige Therapie unter Einbeziehung weiterer Fachärzte

Die Kopfschmerzambulanz kooperiert zudem mit Fachärzten – Neurologen, Schmerztherapeuten oder speziell geschulte Hausärzten – in Berlin und Brandenburg, an die die Patienten zur ambulanten Nachbetreuung überwiesen werden. Als Lotse der Patienten würden die Experten der Ambulanz nicht nur die Terminkoordination übernehmen, sondern auch für die leitliniengerechte Weiterbehandlung durch die Teilnahme aller Beteiligten an Konsilien und Fallkonferenzen sorgen. Zudem würden sich die Versicherten in regelmäßigen Abständen erneut in der Kopfschmerzambulanz vorstellen.

„Mit dem Kooperationsvertrag ist es uns gelungen, die Versorgungssektoren ambulant und stationär zu verzahnen und so die Qualität der Behandlung von Kopfschmerz- und Migränepatienten nachhaltig zu verbessern. Das ist für die Menschen in der Region ein Mehr an Lebensqualität“, betont Privatdozent Dr. Joachim Seybold, Stellvertretender ärztlicher Direktor der Charité. „Die Erfahrungen aus dem Programm KopfschmerzSPEZIAL sollten wir zukünftig nutzen, um flächendeckend regional abgestimmte Behandlungspfade aufzubauen“, meint Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement der AOK Nordost. „Andere Krankenkassen sind eingeladen, hier unserem Beispiel zu folgen.“