BLPR Verbände fordern mehr Mitgestaltung

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Pflegegesetzgebung

Unter dem Motto „Rahmensetzung – Die neue Architektur der Profession Pflege ausgestalten“ wurden die Forderungen nach Veränderungen in der Pflege bei der Jahresakademie des Bayerischen Landespflegerates (BLPR) lauter. Bayerns Gesundheitsminister Holetschek spricht sich für eine Stärkung der Pflegeprofession aus.

Generaloberin Edith Dürr, Vorsitzende des BLPR, fordert bei dessen Jahresakademie einen Paradigmenwechsel in der Pflege. – © Schwesternschaft München vom BRK e.V.

„Es wird Zeit, dass Politik und Gesellschaft auf den geänderten, hochkomplexen pflegerischen Versorgungsbedarf reagieren“, forderte Generaloberin Edith Dürr, Vorsitzende des Bayerischen Landespflegerates (BLPR), zum Einstieg der digitalen Jahresakademie. Schließlich setze auch niemand auf ein einsturzgefährdetes Haus ein neues Dach, begründete sie ihre Forderung nach einem Systemwechsel. Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek gab per Videobotschaft einen Leitfaden für die zukünftige Strukturierung: „Dazu gehört die Akademisierung der Pflege, um die Attraktivität des Berufs zu steigern und weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Pflegekräfte sollten Vorbehalts- sowie heilkundliche Aufgaben übernehmen.“

Höhere Bedeutung für Ausbildung und Studium

„Akademisierung rettet Leben“, sagte Prof. Dr. Bernd Reuschenbach von der Katholischen Stiftungshochschule München. Die generalistische, dreijährige Pflegeausbildung sowie die Studiengänge in der Pflege seien wichtig für die zukünftige Gestaltung des Pflegeberufs, waren sich Referentinnen und Referenten der Jahresakademie einig. Christian Müller, Leiter des Referats Pflegerische Versorgungsstrukturen StMGP, sieht angesichts der steigenden Zahl Pflegebedürftiger eine Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten an Pflegekräfte für unabdingbar.

Ampelkoalition als Chance

Der Vorstoß der kommenden Regierung zur Schaffung eines allgemeinen Heilberufegesetzes bewertet Prof. Dr. Helen Kohlen, Lehrstuhlinhaberin an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar als wichtig und richtig: „Die Versorgung von kranken sowie gebrechlichen, alten Menschen sollte uns auf eine Art und Weise gelingen, die wirklich gut ist.“

Zum Abschluss der Jahresakademie betonte Dürr noch einmal, die Stimme der Pflege zu hören und klare Mitsprache- und Mitentscheidungsrechte einzuräumen. Ihr mahnender Appel: „„Pflege ist am Limit. Sie schwimmt nicht mehr, sie ist unter Wasser.“