Sommer-Camp 2022 Veränderungspotenzial mit IT-Projektmanagement ausschöpfen

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Entscheiderfabrik

Im März wählten die Mitglieder der Entscheiderfabrik fünf Digitalisierungsprojekte, die als Proof-of-Concepts in verschiedenen Kliniken umgesetzt werden. Nun arbeiteten die Projektteams ihre Ideen beim Sommer-Camp 2022 weiter aus. Das sind die bisherigen Ergebnisse.

Sommer-Camp 2022
Das Sommer-Camp 2022 der Entscheiderfabrik fand am 13. und 14. Juni bei Alphatron Medical in Rotterdam statt. – © Kleinsteuber

„Es ist schwer, etwas im Krankenhaus zu verändern, aber zum Wohl der Patientinnen und Patienten ist es nötig“, sagte Harald Verloop, Geschäftsführer der Alphatron Medical Group bei der Begrüßung des Sommer-Camps 2022. Das Unternehmen war Gastgeber der Veranstaltung in Rotterdam am 13. und 14. Juni 2022. Die Projektteams zeigten beim Sommer-Camp 2022 das Effizienzpotenzial ihrer Lösungen. In Workshops arbeiteten sie u.a. an Use-Cases, Prozesslandkarten und SWOT-Analysen. „Den Grundstein für die Projektarbeit in 2022 legen wir beim Sommer-Camp“, sagte Dieter Padberg, CIO des Universitätsklinikums Bonn, mit Blick auf die fünf Digitalisierungsthemen der Entscheiderfabrik 2022. Ingo Matzerath, Bereichsleiter IT – CRM bei Ameos Spitalgesellschaft mbH, bestätigte aus Sicht eines ehemaligen Camp-Teilnehmers: „Intensives und kreatives Arbeiten an den einzelnen Themen zeichnet das Camp aus“.

Aktueller Stand der fünf Digitalisierungsprojekte

  1. Das Rechenzentrum von morgen: Um Silolösungen bei der heterogenen Struktur vieler Rechenzentren zu durchbrechen, bietet dieses Projekt eine Cloud-Plattform, die weg vom klassischen Rechenzentrum führt. Hohes Potenzial kommt hier der Aufgabe zu, viele der Anwendungen und die Menge an Daten unter einen Hut zu bekommen. Dafür müssten innovative Ideen her – eine Swot-Analyse wird zur Auswahl der passendsten Lösung durchgeführt.
  2. Move the data, not the Caregiver: Die Entwicklung einer Plattform für bessere stationsübergreifende Kommunikationsprozesse soll Pflegekräfte entlasten. Der wichtigste Schritt bei diesem Projekt war es, Use Cases zu erarbeiten und darin festzuhalten, was medizinisches und pflegerisches Personal von der Umsetzung hat. Feedbackgeber Meik Eusterholz, Geschäftsfeldleiter bei Unity, fasste zusammen, dass die drei Use Cases Betten-, Alarm- und Mobile Device Management herausgearbeitet wurden.
  3. Ein medizinischer Mobilcomputer mit Telefon und Apps für die Pflege: Steigende Aufgaben und Komplexität der Prozesse in der Pflege machen digitale Anwendungen nötig. Mit diesem Projekt sollen Laufwege reduziert werden und ein Zeitgewinn für die Pflege an Patientinnen und Patienten herausgeholt werden. Weitestmöglich sollen Prozesse automatisiert werden. Geplant ist ein Fragebogen, um den Status quo systematisch zu erfassen und Verbesserungen durch das Projekt im Nachhinein auswerten zu können. Eusterholz bekräftigte, dass die Projektverantwortlichen die Wichtigkeit des Projektes beim Management hervorheben müssten, damit Pflegende auch die Zeit erhielten, sich mit dem Projekt auseinanderzusetzen. „Systeme müssen fürs Personal erlebbar werden und das braucht ein Management, das hinter den Projekten steht“, sagte Eusterholz.
  4. Sichere Anbindung vernetzbarer Systeme: Mit diesem Projekt soll externen Usern temporär Zugang zu bestimmten Geräten verschafft werden – eine homogene Interaktion zwischen internen und externen Usern soll ermöglicht werden. Der Plan: technische Anforderungen und nötige Infrastruktur klären. Als Schwerpunkte im jetzigen Projektabschnitt stehen die Architekturskizze und Designelemente auf der Agenda. Bis Ende des dritten Quartals soll die Pilotisierung gestartet sein. Nächste Schritte werden in drei Blöcken stattfinden: Herstellereinbindung, Netzwerkintegration und -test sowie funktionale Workflows.
  5. Hautarztkonsile per App: Eine wichtige Aufgabe hierbei ist es, den medizinischen Mehrwert herauszuarbeiten und in Zahlen festzuhalten, was die App dem Management bringt – z.B. Liegezeiten zu reduzieren. Durch Nutzung der App Dermanostic könnten Konsile schneller durchgeführt werden, erklärte Patrick Lang, Co-Founder und COO bei Dermanostic. Außerdem würden derzeit Szenarien für die Anbindung an eine bestehende IT-Landschaft ausgearbeitet. Eusterholz bestätigte, dass das Thema Schnittstellen dringend zu lösen sei.

Coaching für den Digitalisierungswettbewerb 2023

Parallel zu den Gruppenarbeiten der Digitalisierungsprojekte 2022 gab es eine Coaching-Session für die Projekte, die sich für 2023 beworben haben. Das Ziel der Coaching-Session ist es, alle Bewerbenden auf den Wettbewerb um die fünf Plätze für 2023 möglichst gut vorzubereiten. Dr. Silke Haferkamp, CIO der RWTH Aachen, Padberg, Michael Schindzielorz, Chairman Supervisory Board AHIME und Dr. Pierre-Michal Meier, CEO der Entscheiderfabrik, nahmen das Coaching vor. 20 Themen stehen für den Wettbewerb 2023 fest:

  • Optimierung von Behandlungsprozessen und verbesserter Einsatz von medizinischem Personal durch Vernetzung unter Einsatz von Datenbrillen
  • Einführung einer integrierten, sprachbasierten Befundungslösung zur strukturierten Dokumentation für den Einsatz in verschiedenen Fachbereichen
  • Optimale Patienten- und Leistungserbringerinteraktion mit Pexip-Videolösung – vollintegriert in ein Portal bzw. Krankenhausinformationssystem (KIS)
  • Digitale Patientenkommunikation maßgeschneidert für kleinere Krankenhäuser: ein praktikables, schnell integrierbares und wirtschaftliches Patientenportal
  • Digitaler Patientenpfad neu gedacht – die Integration eines smarten Zugangsmanagements schafft Mehrwert für Besuchende, Patienten und Patientinnen sowie Mitarbeitende
  • Alles aus einer Hand: Ein wichtiger Baustein im Digital Identity Framework (DIF), die Imprivata IAM-Lösung IdG – schnelle und rechtssichere (De-)Provisionierung von Mitarbeitenden
  • Die Zukunft der Patientenuntersuchungen
  • Health Intelligence – Bessere Versorgung ermöglichen durch zentralen Datenhafen
  • no-code cloud solution for cross organization interoperability and secured data trading in healthcare and life science
  • Die Verfügbarkeit aller relevanten klinischen Informationen am Point-of-Care: Voraussetzung und Umsetzung am Beispiel der Radiologie
  • Wartezimmer 4.0
  • Hospital Food Logistics and Fulfilment. Eine composable End2End Businesssuite für alle prozessbeteiligten Stakeholder. Patient und Personal, Einkauf, Lieferanten, Lager, Küche, FiBu und Controlling
  • Damit HR-Management nicht zum HoRror wird – Personalentwicklung digital skalieren
  • Verbesserte Dokumentationsqualität dank mobiler Foto-Wunddokumentation – zeitsparend, effizient und direkt am Ort der Behandlung
  • Patientenzufriedenheit durch digitales Menüangebot 2.0; Digitale Einbindung der Patientinnen und Patienten in die Speisenversorgung
  • Ein Competence Center KIS – IT einrichten, mit allen Aspekten von heute und morgen.
  • Managed Threat Response (MTR): mit dem Sophos Managed Threat Response (MTR) Service die Sicherheit des Krankenhauses in die Hände spezialisierter Cybersecurity-Experten geben – Managed SOC und SIEM direkt vom IT-Security Hersteller
  • Wo sind meine Patientinnen und Patienten?
  • Effektives Diabetesmanagement im Krankenaus durch digitale Entscheidungsunterstützung
  • Ein Update, große Wirkung: KI-Zugangscheck zur Automatisierung und Dokumentation von Prozessen