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Studie Venenstauer aus Silikon senken Infektionsrisiko

Eine Studie zeigt, dass handelsübliche Abbindsysteme oft kontaminiert sind, und ein konstantes Infektionsrisiko darstellen. Venenstauer aus Silikon liefern eine hygienische Alternative, denn sie lassen sich einfacher und schneller desinfizieren. Viele namhafte Unikliniken verwenden bereits das spezielle Material.

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Die aktuellen Pandemie-Planungen zeigen die Grenzen der Gesundheitssysteme weltweit auf. Deutschland schneidet im Vergleich gut ab, doch auch hier stoßen Einrichtungen und Personal an Grenzen. Das Fatale daran ist, dass bei Überlastung des Systems durch Extremsituationen oft auch dem System bereits vorher immanente Probleme verschärft werden: im Krankenhaus erworbene Infektionen.

Tödliche Krankenhausinfektionen

Von diesen nosokomialen Infektionen – Ansteckungen mit Viren und Bakterien, die sich Patienten während eines Krankenhausaufenthalts zuziehen – gibt es in Deutschland 600.000 im Jahr. 30.000 dieser Fälle verlaufen tödlich. Viele der in Kliniken erworbenen Infektionen wären durch bessere Infektionsprävention und striktere Befolgung der vom Robert-Koch-Institut (RKI) ausgegebenen Richtlinien vermeidbar. Eine aktuelle Studie des HTK Hygiene Technologie Kompetenzzentrums weist dabei auf die bakterielle Kontamination von Venenstauern hin und zeigt eine Möglichkeit zur Infektionsprävention bei Blutentnahmen auf:

„Auch wenn Staubänder als ein unkritisches Medizinprodukt eingestuft werden, zeigen die Ergebnisse, dass durch die verringerte Keimlast bei der Anwendung von Silikon-Venenstaubändern ein verbesserter Hygienestandard bei der Blutentnahme erreicht werden kann“, heißt es in der jüngst im Fachjournal „BMC Infectious Diseases“ veröffentlichten Studie.

Innovativer Venenstauer verringert Infektionsrisiko

Laut der Studie schneidet der Silikon-Venenstauer „daisygrip“ besser als die handelsüblichen Elastik-Venenstauer ab. Solche Abbindesysteme zur temporären Blutsperre im Arm werden v.a. zum Blutabnehmen benötigt. „Sie sind“, so Dr. Konstantin Altrichter und Karl Hartmann, Gründer der daisygrip GmbH, „in der klinischen Routine regelmäßig kontaminiert – und stellen damit ein konstantes Infektionsrisiko dar.“ Die meisten Methoden zur Desinfektion und Wiederverwendung sind zeitaufwändig und nicht für den sofortigen Einsatz am Patienten geeignet. Die Entwicklung des Mediziners Altrichter und des Wirtschaftsingenieurs Hartmann ermöglicht es hingegen, mit einer einfachen Wischdesinfektion den Venenstauer wieder nutzbar zu machen, da der daisygrip anders als herkömmliche Produkte aus Silikon besteht.

Für Aufbereitung fehlt die Zeit

In Bezug auf die Corona-Pandemie und derzeitige Lage in den Gesundheitsinstitutionen sind Altrichter und Hartmann überzeugt: „Gerade jetzt, da Isolierung das bestimmende Thema ist, denken wir, dass daisygrip einen bedeutenden Beitrag zur Infektionsprävention leisten kann. Denn dieser Venenstauer ist nach jeder Blutentnahme desinfizierbar und somit hygienisch. Leider werden herkömmliche Venenstauer sehr selten aufbereitet, und wenn doch, dann sind diese lange nicht einsetzbar – die Zeit für eine intensive Aufbereitung fehlt. Zudem wird Einmalmaterial knapp. Auch deswegen ist der daisygrip eine sichere Lösung bei jeder Blutabnahme.“

Neben der Universitätsmedizin Rostock vertrauen auch das Universitätsklinikum Leipzig, das Universitätsklinikum Würzburg sowie im Ausland das Universitätsspital Zürich, das Universitätsklinikum St. Pölten und weitere Kliniken in Benelux, Skandinavien und Slowenien auf den Venenstauer made in Mecklenburg-Vorpommern.

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