Social Media (Teil 21): Social Videos Uuund … Action!

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Die Bedeutung von Videos im Social Web ist stark gestiegen. Facebook, YouTube, Instagram & Co. treiben Social Videos bewusst voran. Immer mehr Menschen konsumieren Bewegtbildinhalte, allen voran die 14- bis 19-Jährigen. Erste Beispiele von Healthcare-Einrichtungen zeigen, wie Social Videos clever eingesetzt werden können.

Martin Schleicher erklärt in diesem Beitrag, worauf es bei Social Videos für Gesundheitseinrichtungen ankommt. – © hvostik16 (stock.adobe.com)

Im Frühjahr 2015 nahm Facebook einen Strategiewechsel vor. Der Newsfeed Algorithmus wurde angepasst, Videos werden seither prioritär ausgespielt. Mittlerweile sind die Social-Videos zu einem festen Bestandteil des täglichen Medienkonsums geworden.

Ein Blick auf die Umsetzung von Bewegtbildinhalten von Healthcare-Einrichtungen offenbart einen immensen Gegensatz zu den Nutzungsgewohnheiten der Menschen im Social Web. Meistens haben Einrichtungen einen oft teuren und viel zu langen Imagefilm publiziert, der die Philosophie des Hauses authentisch transportieren soll. Die User sind von solch großen Inszenierungen zunehmend desillusioniert. Man sehnt sich vielmehr nach kurzen, ungestellten Einblicken und der Interaktion mit realen Menschen. Social-Videos sind ideal dafür: Schnell, direkt und unterhaltsam schaffen sie eine enge Beziehung zum Nutzer; die Wirkungskraft ist enorm. Je emotionaler der Inhalt, desto größer die Verbreitung. Der richtige Einsatz von Social-Videos hilft Einrichtungen beim Aufbau eines Markenbewusstseins, beim Steigern der Bekanntheit und der Kundenbindung, beim Employer-Branding, bei der Kommunikation von Dienstleistungen oder bei Kampagnen. Einer der großen Vorteile ist die effiziente, budgetfreundliche Produktion (Stichwort: Mobile-Video). Ein Smartphone oder Tablet der Oberklasse in Kombination mit dem richtigen Zusatzequipment wie Stativ, externem Mikrofon und LED-Zusatzleuchten sowie den entsprechenden Tools für die Schnitt- und Post-Produktion reichen aus.

Liegen die Einstiegshürden z.B. beim fehlenden Know-how zu Kameraperspektiven, Ton, Licht & Co., können Weiterbildungen helfen. Sollte es dagegen trotz des relativ geringen Maßes an der Investition in die Gerätschaften scheitern, besteht die Möglichkeit, einzelnes Equipment auf Tages- oder Monatsbasis günstig zu mieten.

Kreativität und Nähe punkten

Bei Social-Videos sind eine Vielzahl an Formaten möglich, die eigenhändig produziert werden können. Je nach Ziel und Strategie können sie für Einblicke hinter die Kulissen der Einrichtung genutzt werden, für Interviews und Statements zu medizinischen Themen mit Experten des Hauses, aber auch für Erklärvideos und Tutorials dienen.

Bisher größtenteils ungenutzt, weil aufwendiger, ist das regelmäßige Beantworten von Abonnenten- und Fan-Fragen per Social-Video. Der Vorteil: Man zeigt Interesse, schafft eine persönliche Beziehung und Vertrauen und erhöht die Reichweite. Grundsätzlich gilt auch hier: Wer langweilt, wird nicht beachtet!

In jeder Einrichtung gibt es Geschichten, die Emotionen wecken. Im Altenpflegeheim Gertrudenstift z.B. ließ Therapiehündin Lotte eine pflegebedürftige Bewohnerin aufblühen – ein herzergreifendes Social-Video (siehe HCM-Ausgabe 9/2016). Die Aufzeichnung, eigentlich nur zur internen Dokumentation gedacht, wurde zum viralen Hit und erreichte nach 24 Stunden 1,6 Millionen Aufrufe bei Facebook und wurde fast 30.000 Mal geteilt. Im Klinikum Dortmund läutet der neunjährige Tom die neue „Glückwunsch-Glocke“ auf dem Flur der Kinderkrebsstation. Nach sechs Monaten Behandlung hat er den Blutkrebs besiegt. Mehr als 100.000 Mal wurde das Zwölfsekundenvideo aufgerufen, über 900 Mal geteilt. Das sind nur zwei Beispiele, wie Krankenhäuser, Pflege- und Rehaeinrichtungen Social-Videos erfolgreich für sich einsetzen. Ausprobieren lohnt sich!