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Beratungsunternehmen Unterstützungsbedarf bei den Kliniken aufgrund der Corona-Krise

Corona hat den Arbeitsalltag vieler zeitweise geändert – und bringt auch langfristige Veränderungen mit sich. Damit einher geht auch die Entwicklung bei den Beratungsunternehmen, die Kliniken unterstützen.

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Die Anfragen von Kliniken haben sich mit dem Beginn der Covid-19-Pandemie spürbar verändert oder zeitlich verschoben. Viele Häuser wollten Unterstützung im Einkaufsmanagement. Hier gab es oftmals die Hoffnung, dass wir für sie Schutzmaterial beschaffen könnten. Wir haben den Kliniken geholfen, seriöse Beschaffungskanäle zu finden und mangelfreie Schutzausrüstung zu bekommen. Angebote wurden verglichen, Ware und Zertifikate geprüft und die Verteilung innerhalb der Häuser unterstützt. Um ihre Liquidität zu sichern, sind wir für die Kodierrevision etwas verstärkt angefragt worden. In vielen Kliniken gab es zudem einen Bedarf an strategischen Empfehlungen für den Bereich Budget, wie z.B. einen Abgleich bei der Erlösplanung. In einigen Kliniken wurde außerdem die Interimsbesetzung von Leitungspositionen übernommen, da hauseigene Mitarbeiter u.a. auch wegen einer Covid-19-Erkrankung ausgefallen waren.

Betretungsverbot der Kliniken lässt Projekte ruhen

In sämtlichen Bereichen, in denen eine Vor-Ort-Präsenz – sei es in den Kliniken oder in unseren Akademie-Räumlichkeiten – erforderlich ist, waren Anfragen spürbar zurückgegangen. Zu spüren war dies v.a. bei der Akademie. Die Präsenzveranstaltungen mussten abgesagt werden. Die Seminare wurden zwar im gleichen Umfang auch online angeboten, doch viele wollten lieber Präsenz-Seminare oder hatten wegen der aktuellen Situation und den damit verbundenen Herausforderungen in ihren Kliniken zeitlich nicht die Chance, teilzunehmen. Inhouse-Veranstaltungen waren davon ebenfalls betroffen, schon alleine wegen des Betretungsverbotes in den Kliniken. Mittlerweile hat das Geschäft wieder an Fahrt aufgenommen. Wir merken jedoch auch, dass viele nach wie vor zögerlich sind.

Die Bereiche Bau und Wahlleistungen verloren für die Kliniken mit Beginn der Corona-Krise an Dringlichkeit. Jedoch verhält es sich hier jeweils etwas anders als bei den Seminaren. Während es bei der Akademie Absagen gab, wurden Projekte in diesen beiden Bereichen seitens der Kliniken pausiert bzw. deren Start verschoben. Mit dem Betretungsverbot auch aus einem verständlichen Grund.

Generalistische Anfragen nehmen zu

Seitdem die Kliniken Anfang Mai den Regelbetrieb nach und nach wieder hochgefahren haben, erhalten wir in den meisten Geschäftsbereichen wieder eine gewohnt hohe Anzahl an Anfragen und konnten ruhende und verzögerte Projekte wieder aufnehmen oder starten. Es gibt zudem vermehrt generalistische Anfragen. Der heruntergefahrene Betrieb scheint im Klinikmanagement an vielen Stellen zum Hinterfragen grundsätzlicher Themen geführt zu haben. Daneben sind vermehrt Anfragen aus den Bereichen Medizinstrategie und Patientensteuerung zu verzeichnen. Erfreulich sind die Anfragen im Bereich der Medizin- und Betriebstechnik sowie Logistik – die Krise scheint die Wahrnehmung auf die Infrastruktur der Klinik gelenkt zu haben. Dies erscheint im Hinblick der Abhängigkeit der medizinischen Leistungsfähigkeit von einer funktionierenden Infrastruktur auch nachvollziehbar und klug.

Digitalisierung wird noch weiter ausgebaut

Entscheidend war deshalb auch, den Kliniken jetzt in nahezu allen Bereichen eine digitale Lösung anzubieten, um die Häuser verstärkt auch ohne eine Vor-Ort-Präsenz unterstützen zu können. Dies funktioniert zwar nicht uneingeschränkt, jedoch haben wir in den meisten Bereichen überaus positives Feedback erhalten, sodass wir dies ausbauen werden. Eine Weiterentwicklung der digitalen Wissensvermittlung wird es auch bei der Akademie geben. Hierzu sind wir eine Kooperation mit dem E-Learning-Anbieter Tutoolio eingegangen und können künftig neben reinen E-Learning-Kursen auch sehr attraktive Blended-Learning-Möglichkeiten anbieten.

Schutzausrüstungen reklamieren ist ein neues Tätigkeitsgebiet

Aus der Corona-Krise hat sich jedoch unmittelbar auch noch eine unerwartete Tätigkeit ergeben: Vor einigen Monaten haben wir mit consus.law eine Rechtsanwalts-Kanzlei gegründet, um Kliniken im Medizinrecht fachanwaltlich zu unterstützen. Aktuell beschäftigen wir uns aber weniger mit Themen aus dem Klinikalltag, als vielmehr intensiv damit, die Häuser im Umgang mit den Schäden, die sich aus der Lieferung überteuerter und oftmals fehlerhafter Schutzausrüstung zu unterstützen.

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