Krankenhausversorgung Universitätsklinika und Kassen setzen auf Netzwerke

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Ein gemeinsames Thesenpapier gibt Aufschluss darüber, wie sich der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), der BKK Dachverband und der Verband der Ersatzkassen (vdek) die Zukunft der Krankenhausversorgung vorstellen. Die Verbände wollen auch Lehren aus der Pandemie einfließen lassen.

Als Leitbild für die Krankenhauslandschaft der Zukunft sehen VUD, BKK Dachverband und vdek regionale und überregionale Netzwerke. – © Africa Studio

Ganz oben auf der Agenda des Dreier-Bündnisses steht demnach eine Neuausrichtung der Krankenhausplanung. Dabei wollen die Verfasser des Thesenpapiers mit bewährten Methoden brechen. Sie bemängeln die „passive Krankenhausplanung der Länder“ und fordern stattdessen mehr Initiative von den Verantwortlichen. „Wir brauchen eine gestufte Versorgung„, meint VUD-Generalsekretär Jens Bussmann im Rahmen der Vorstellung des Papiers. Als Leitbild für die Krankenhauslandschaft der Zukunft dienten regionale und überregionale Netzwerke, in die auch vertragsärztliche Versorgungsstrukturen eingebunden werden sollen und in deren Zentrum als Koordinatoren Maximalversorger wie die Universitätskliniken stehen. Von deren Expertise sollen auch die angeschlossenen Leistungserbringer profitieren – u.a. mithilfe telemedizinischer Tools. Insbesondere dort, wo bestehende Strukturen nicht mehr ausreichen, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, sollen Kliniken nach dem Willen von VUD, BKK und vdek außerdem mehr ambulante Leistungen übernehmen. Generell solle die Ambulantisierung der Versorgung vorangetrieben werden – auch um dem Fachkräftemangel zu entgehen. Um wieder mehr Menschen für Gesundheitsberufe zu begeistern, plädieren die Autoren dafür, Pflege- und Gesundheitsfachberufe mit mehr Kompetenzen auszustatten.

Eine weitere wichtige Aufgabe sehen sie in der Anpassung der Finanzierung von Betriebskosten und Investitionen. Die Betriebskosten-Finanzierung über die DRG-Pauschalen müsse um einen zusätzlichen Baustein ergänzt werden, der sowohl die Grund- und Regelversorgung in bedarfsnotwendigen Krankenhäusern als auch die hoch spezialisierte Versorgung in medizinischen Zentren der Maximalversorger sicherstelle, so Bussmann. Zudem solle der Bund die Länder bei der Investitionsfinanzierung entlasten.