Übernahme Universitätsklinik Ulm wird alleiniger Gesellschafter des RKU

Zugehörige Themenseiten:
Klinikmarkt

Nach Abschluss der Prüfverfahren und erfolgter Zustimmung der Behörden ist das Universitätsklinikum Ulm (UKU) seit 1. Dezember 2021 alleiniger Gesellschafter der Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH und der RKU Invest GmbH (gemeinsam: RKU). Die Sana Kliniken AG scheidet damit aus der Gesellschafterrolle aus.

Universitätsklinikum Ulm
Das Universitätsklinikum Ulm ist jetzt alleiniger Gesellschafter des RKU. – © Universitätsklinikum Ulm

Die Übernahme der verbliebenen Gesellschaftsanteile durch das UKU soll zahlreiche Vorteile und Verbesserungen für die Gesundheits- und Notfallversorgung der Menschen in Ulm und Umgebung ermöglichen und den Wissenschaftsstandort Ulm stärken.

Die Summe der Zahlungen des Universitätsklinikums beläuft sich auf einen Betrag von insgesamt 86 Millionen Euro und setzt sich zusammen aus einem Zuschuss des Landes Baden-Württemberg, aus Eigenmitteln des UKU sowie einer Unterstützung der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm im Kontext der Etablierung von Forschungsflächen für das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Das UKU und die Sana Kliniken AG hatten sich bereits am 30. März 2021 auf die Übernahme der Gesellschaftsanteile verständigt, sobald alle formalen Voraussetzungen für die Anteilsübernahme erfüllt sind.

Universitätsmedizinstandort wird gestärkt

„Für das Land ist mit dem Erwerb eine deutliche Stärkung und Aufwertung des Universitätsmedizinstandorts Ulm sowohl in medizinischer als auch in wissenschaftlicher Hinsicht verbunden“, sagt Ministerialdirigent Clemens Benz, Vorsitzender des Aufsichtsrats des UKU . Das UKU verfügte bisher als einziges deutsches Universitätsklinikum über keine eigene neurologische Klinik . Durch den Erwerb des RKU werde dieses Manko nun behoben und das Fächerspektrum des UKU durch die Fachgebiete Neurologie, Orthopädie und Rehabilitation vervollständigt. „Damit sichern wir die hohe Versorgungsqualität sowie die starke Forschungsleistung und festigen die Position des UKU in der Hochschulmedizin-Landschaft. Wie wichtig das UKU für die Region und das gesamte Land ist, zeigt auch die Corona-Pandemie, bei deren Bewältigung das UKU seine systemrelevante Bedeutung einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellt“, betont Benz.

Dr. Hans J. Reiter, Ministerialdirektor und Amtschef im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, sieht die Übernahme ebenfalls in positivem Licht und meint: „Ein wesentlicher Beweggrund für die Übernahme der Anteile durch das Universitätsklinikum Ulm ist das Ziel, die Anforderungen der universitären Gesundheitsversorgung in der Region auch langfristig abbilden zu können. Diesem Ziel sind wir nun einen großen Schritt nähergekommen.“

Gesundheits- und Notfallversorgung verbessert

„Durch die künftig viel engere Koordination und Zusammenarbeit zwischen RKU und UKU ergeben sich zahlreiche Vorteile und Verbesserungen für die Gesundheits- und Notfallversorgung , von denen unsere Patientinnen und Patientensowie die Beschäftigten beider Standorte dauerhaft profitieren werden“, erklärt Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Vorstandsvorsitzender und Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Ulm.

Die Übernahme des RKU verbessere u.a. die interdisziplinäre Notfallversorgung am Oberen Eselsberg und ermögliche es, den Patientinnen und Patienten in der Region eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aus einer Hand anzubieten.

„Die Übernahme des RKU durch die Uniklinik eröffne zudem neue Spielräume für gemeinsame Forschungsaktivitäten.  Dabei spiele v.a. die translationale Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen eine wichtige Rolle.

Das RKU soll als hundertprozentige Tochter des UKU zunächst fortgeführt werden. Die Sana Kliniken AG wird das RKU, zusammen mit RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber, in dieser Phase begleiten.

Für die RKU- Mitarbeitenden ergeben sich durch den Wechsel der Trägerschaft keinerlei Nachteile. Die Arbeitsverhältnisse bleiben unangetastet, ein Abbau von Arbeitsplätzen ist nicht geplant.