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UN-Sicherheitsrat: Ebola ist eine Bedrohung für Sicherheit und Frieden

Seit März 2014 verbreitet sich das Ebolavirus in Westafrika. Die Lage scheint zunehmend mehr außer Kontrolle zu geraten. Deshalb schaltet sich die UN ein. Die USA und Deutschland kündigen Hilfsmaßnahmen an. Doch die Organisation Ärzte ohne Grenzen kritisiert das Verhalten der Bundesregierung.

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UN-Sicherheitsrat: Ebola ist eine Bedrohung für Sicherheit und Frieden
Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist die schlimmste seit der Entdeckung des Virus. -

Der UN-Sicherheitsrat sieht den Ausbruch des Ebolavirus in Westafrika als eine Bedrohung für Sicherheit und Frieden. Die westafrikanischen Staaten Guinea, Liberia, Sierra Leone, Nigeria und Senegal kämpfen seit Monaten gegen die Ebola-Epidemie. Das Virus war im März 2014 in Guinea ausgebrochen. Am schlimmsten betroffen sind die Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone. Allein dort infizierten sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher 4.963 Menschen mit Ebola, 2.453 von ihnen starben daran (Stand: 16. September 2014).

Nach Einschätzung von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon müssen die Hilfen für die Krisenregion um das 20-fache angehoben werden, um die Seuche stoppen zu können. In den kommenden sechs Monaten würden rund eine Milliarde US-Dollar benötigt.

Das braucht die Krisenregion aus Sicht des UN-Sicherheitsrates

In seiner Resolution forderte der UN-Sicherheitsrat nun Nothilfen aus dem Ausland. Gebraucht würden z.B. Feldlazarette mit medizinischem Personal und Vorräten, Labore, Kliniken sowie Hilfen für Lufttransporte. Deutschland und die USA hatten in den vergangenen Tagen bereits weitere Hilfen für die Krisenregion angekündigt.

Die USA hat für den Kampf gegen die Seuche bisher 175 Millionen US-Dollar an Hilfsgeldern zur Verfügung gestellt. Jetzt kündigte US-Präsident Barack Obama an, zudem 3.000 Soldaten in die Region entsenden zu wollen – darunter auch Ingenieure und Mediziner.

Finanzielle Unterstützung für Westafrika aus Deutschland

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte den westafrikanischen Staaten Unterstützung zu. „Wir werden sehr schnell agieren und mit all dem, was wir zur Verfügung haben, bereitstehen“, sagte die Kanzlerin in Berlin. Insgesamt zwölf Millionen Euro steckt die Bundesregierung in die Bekämpfung der Seuche. Der größte Teil des Geldes fließt an die WHO. Außerdem erhalten Nichtregierungsorganisationen in Westafrika finanzielle Unterstützung aus Deutschland.

Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller hatte bereits am 12. September 2014 angekündigt, dass sein Ministerium die finanziellen Mittel für die Sofortmaßnahmen der WHO auf die Summe von zehn Millionen Euro aufstocken wolle. „Die Situation hat sich dramatisch verschlimmert und droht außer Kontrolle zu geraten“, begründete Müller diese Entscheidung. Die zusätzlichen Hilfsmittel sollen dem Minister zufolge dabei helfen, weiteres qualifiziertes medizinisches Personal für die Behandlung der Ebola-Kranken zu finanzieren.

Kritik am Vorgehen der Bundesregierung kommt indes von Ärzte ohne Grenzen. Nach Einschätzung der Nichtregierungsorganisation sei die bisherige Reaktion der Bundesregierung auf die Ebola-Epidemie in Westafrika unzureichend. „Anstatt mit aller Entschlossenheit die in Deutschland vorhandenen Kapazitäten zu nutzen, beschränkt sich das Engagement lediglich auf die finanzielle Unterstützung vor Ort tätiger Organisationen“, kritisiert Ärzte ohne Grenzen in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ärzte ohne Grenzen fordert mehr als nur finanzielle Hilfe

Zur Bekämpfung des Ausbruchs müssten sofort der deutsche Katastrophenschutzapparat und andere geeignete Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, so die Forderung der Nichtregierungsorganisation. Nötig sind laut Ansicht von Ärzte ohne Grenzen-Geschäftsführer Florian Westphal v.a. Ressourcen zum Aufbau und Betrieb von Isolierzentren. Dazu gehöre Personal wie auch Labor- und Transportkapazitäten.

Ärzte ohne Grenzen ist seit März 2014 in Guinea, Liberia, Sierra Leone, Nigeria und Senegal im Einsatz. Nach eigenen Angaben arbeiten dort rund 210 internationale und 1.650 lokale Mitarbeiter für die Organisation.

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