Deutsches Krankenhausinstitut Umsetzungsstand der Konzertierten Aktion Pflege im Krankenhaus

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Fachkräftemangel

Das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) hat im Zuge eines Gutachtens für die Deutsche Krankenhausgesellschaft den aktuellen Stand der Pflege untersucht. Das Ergebnis zeigt den akuten Notstand im Pflegepersonal.

Die Fluktuation in der Pflege ist von 2018 bis 2020 gestiegen. – © DKI/HCM

Mithilfe einer großflächigen Umfrage bei mehreren hunderten Krankenhäusern hat das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) den aktuellen Stand in der Pflege untersucht. Neben der durchschnittlichen Anzahl tätiger Pflegekräfte in 2020 wurde auch ein Vergleich mit dem Personalstand im Ausland gezogen und die Personalgewinnung, -rückgewinnung und -bindung untersucht. Folgende Handlungsfelder wurden bei den teilnehmenden stationären Einrichtungen zum Umsetzungsstand abgefragt:

  • Personalstand in der Pflege
  • Personalgewinnung und -bindung
  • Pflegepersonal aus dem Ausland
  • Lebensphasengerechte Arbeitsgestaltung
  • Personal- und Führungskräfteentwicklung
  • Wertschätzung und Anerkennung
  • Fehler- und Lernkultur
  • Arbeitsschutz, Gesundheitsförderung und Prävention
  • Digitalisierung
  • Umsetzungsbedingungen

Rückgang beim Personal

Im Jahr 2020 haben 14 Prozent der befragten Häuser Absagen von Pflegefachkräften erhalten, die ihren Job durch die pandemiebedingte Arbeitssituation nicht antreten wollten. 63 Prozent der Einrichtungen haben dadurch die Aktivitäten zur Personalgewinnung verstärkt. Die Fluktuationsquote in den Allgemeinstationen der Krankenhäuser lag 2020 bei 9,1 Prozent. Bei der Intensivpflege fiel sie mit 7,9 Prozent etwas geringer aus. In den großen Krankenhäusern mit mindestens 600 Betten ist die Fluktuationsquote tendenziell höher.

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    Die Fluktuation im Pflegeberuf hat sich von 2018 bis 2020 leicht erhöht.
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    Die Fluktuation im Verhältnis zur Größe der medizinischen Einrichtung.
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    Einige potenzielle Pflegekräfte haben aus Angst vor der hohen Belastung durch die Pandemie ihren Job nicht begonnen.
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    Auch die Unterstützung ausländischer Pflegekräfte lässt nach.

Große Schwierigkeiten bei Neubesetzung

Das Personalmanagement  der befragten Einrichtungen hat große Probleme bei der Neubesetzung von offenen Stellen. Der Fachkräftemangel führte dazu, dass im Frühjahr 2021 84 Prozent der Krankenhäuser Probleme hatten, offene Stellen neu zu besetzen. Je größere die Krankenhäuser sind, desto größer wurden auch die Probleme. Mit 97 Prozent konnte fast jedes Krankenhaus ab 600 Betten nicht genügend Personal gewinnen, offene Stellen blieben unbesetzt. Insgesamt könnten bundesweit rund 14.400 Vollkraftstellen noch eingesetzt werden.

Fehlende Kräfte aus dem Ausland

„Die Corona-Pandemie (hat) Auswirkungen auf die Zuwanderung von medizinischem Gesundheitspersonal. So fällt in dieser Branche der Anstieg der Anerkennungen von im Ausland erworbenen beruflichen Abschlüssen, die als vollständig oder eingeschränkt gleichwertig zu deutschen Qualifikationen gelten, deutlich gebremst aus“, zitiert das Gutachten des DKI „BibliomedPflege“. Durchschnittlich sind 14 Prozent der Pflegekräfte ausländischer Herkunft. Knapp 75 Prozent der Krankenhäuser sehen für die kommenden drei Jahre dabei einen höheren Bedarf an ausländischen Fachkräften. Eine große Hürde könnte allerdings das fehlende Integrationsmanagement sein, denn 71 Prozent der Krankenhäuser können keines vorweisen.

Weitere Fakten u.a. zur Personalgewinnung, dem Stand der Digitalisierung der Einrichtungen und aktuellen Entwicklung der Personalführung sowie verfügbare finanzielle Mittel sind unter diesem Link abrufbar.