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Umfrage: Bayerns Pflegekräfte stimmen pro Pflegekammer

Bayerns Pflegefachkräfte befürworten die Einrichtung einer Pflegekammer. Dies erklärte die Bayerische Pflegeministerin Melanie Huml nach der Vorstellung der repräsentativen Umfrage. Rolf Höfert, Geschäftsführer des DPV, kommentiert exklusiv für HCM die Ergebnisse.

Topic channels: Pflegekammer und Pflegekammer

50 Prozent der Befragten haben sich in der Umfrage für eine Pflegekammer ausgesprochen. 34 Prozent lehnen diese ab und 16 Prozent sind unentschieden oder machten keine Angabe. Huml sagte: "Das Votum der Pflegekräfte zeigt in Richtung Pflegekammer. Die Pflegekammer kann eine Chance für eine noch bessere Interessenvertretung für die Pflege sein. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten den weiteren Weg gemeinsam beschreiten. Deshalb lade ich alle Beteiligten ein. Denn nur mit der Unterstützung aller kann den Erwartungen der Pflegenden gerecht werden."

Kammer macht Selbstverwaltung möglich

Eine Pflegekammer wäre eine berufsständische Vertretung der Pflegenden in Bayern, wie es sie in anderen Bereichen des Gesundheitswesens bereits gibt, z.B. Ärzte- oder Apothekerkammer. Durch Satzungen, die sich die Mitglieder selbst geben werden, regelt die Kammer die ihr durch Gesetz übertragenen Angelegenheiten selbst. Hierzu zählt etwa die Fort- und Weiterbildung oder die Berufsaufsicht.

Zustimmung steigt mit dem Informationsstand

Die Auswertung der Pflegekammer-Umfrage zeigt, dass die Zustimmung zur Pflegekammer umso höher ist, je besser der subjektive Informationsstand der Befragten ist. Bei Umfrageteilnehmern, die ihren Informationsstand als "hoch" einstufen, liegt die Zustimmung zur Pflegekammer bei 63 Prozent, bei "mittlerem" Informationsstand beträgt die Zustimmung 53 Prozent und nur noch 41 Prozent bei "niedrigem" Informationsstand. Pflegeministerin Huml unterstrich: "Je besser die Pflegekräfte informiert sind, desto stärker ist die Zustimmung zur Pflegekammer. Hier sind alle Beteiligten gemeinsam gefordert."

Die repräsentative Umfrage in den Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen wurde im Auftrag des Bayerischen Gesundheitsministeriums durch die Hochschule für angewandte Wissenschaften München und das Sozialforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführt. Der Bericht ist hier online verfügbar.

Kommentar von Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes (DPV) e.V.

"Nach Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein liegt jetzt auch in Bayern ein klares Votum der Pflegenden für eine Pflegekammer vor. Erinnern wir uns, dass im Januar 2011 aus Bayern durch den damaligen Gesundheitsminister Markus Söder der mediale Aufschlag in der Süddeutschen Zeitung mit dem Bekenntnis zur Einführung einer Pflegekammer sehr viel Bewegung für die Selbstverwaltung der Pflege in den Bundesländern brachte.

Konkrete und nachvollziehbare Schritte sind in Rheinland-Pfalz durch die Einberufung einer Gründungskonferenz zur Pflegekammer Rheinland-Pfalz in Juni 2013 und die Vorlage eines Heilberufegesetzes mit Implikation der Pflegekammer gemacht worden.

Jetzt braucht somit keine Ministerpräsidentin/kein Ministerpräsident mehr Angst zu haben, dass sie/er erste Schritte zur Pflegekammer unternimmt und dann allein dastünde. Dieses waren ja in der Vergangenheit die Hauptargumente der jeweiligen Regierung.

In Hamburg steht die Befragung unmittelbar bevor, wie die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks im Oktober bekanntgab. Am 2. Dezember. gab der Senator für Gesundheit und Soziales in Berlin Mario Czaja bekannt, dass auch hier 2014 eine Befragung der Pflegenden zur Berliner Pflegekammer durchgeführt wird.

Es scheint die Erkenntnis angekommen zu sein: Pflegekammer, wenn nicht jetzt, wann dann?"

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