Corona-Pandemie -

Umdenken "Umarmungsfolie" gegen Corona-Isolation im Seniorenheim

Bewohner vor Corona schützen und trotzdem soziale Teilhabe ermöglichen – das stellt Senioreneinrichtungen weltweit vor Herausforderungen. Eine italienische Einrichtung hat daher einen "Umarmungsraum" eingerichtet, der dank Plastikfolie Berührungen mit Angehörigen wieder ermöglicht.

Themenseite: Corona-Pandemie

Senioreneinrichtungen und Politik stehen aktuell vor einem Dilemma: Bewohner vor Corona-Infektionen schützen, aber trotzdem am sozialen Geschehen teilhaben lassen. Auch die Ethikkommission der Pflegekammer Niedersachsen fordert in einem aktuellen Leitfaden, man müsse in der stationären Altenpflege "möglichst viele Freiheitsrechte aufrechterhalten". Doch neue Mutationen und steigende Infektionszahlen erschweren dieses Ziel und die Folge sind strenge Besuch- und Abstandregelungen.

Dennoch sind gerade körperliche Nähe und Umarmungen durch Angehörige wichtig für Bewohner. Berührungen beeinflussen die körperliche und psychische Gesundheit. Fehlen sie, kann sich ein Gefühl der Einsamkeit einstellen, was sich ebenfalls in gesundheitlichen Folgen äußern kann, z.B. in einer geschwächten Immunabwehr. Und diese ist widerum wichtig beim Schutz vor Covid19.

Doch weltweit entwickeln Seniorenheime neue Konzepte, um Umarmungen für Bewohner wieder möglich zu machen. Wie z.B. ein Seniorenheim nahe Venedig, das einen speziellen "Umarmungsraum" eingreichtet hat, wie der Nachrichtensender Welt berichtet. Die Region in Norditalien war 2020 stark von der Pandemie betroffen und kämpfte mit hohen Infektionszahlen. Zum Schutz wurden die Heimbewohner über sieben Monate isoliert. Um ein erneutes Ausbrechen von Infektionen zu verhindern, sorgen Kunststofffolien zwischen Angehörigen und Bewohnern nun für Sicherheit. Die Senioren, die teils an Depressionen litten, blühten so wieder auf, ebenso wie die Angehörigen.

"Umarmungsraum" im Seniorenheim nahe Venedig

Auch ein Seniorenheim in Brasilien nutzt eine Plastikfolie, um Umarmungen wieder zu ermöglichen. Mitarbeiterin Maiara Martins, erklärt im Beitrag der Nachrichtenagentur Agence France Presse Deutschland: "Wir haben festgestellt, dass die Pandemie länger dauern wird als wir dachten. Deswegen müssen wir sichere Wege finden, damit die Familien ihre Lieben treffen können."

© hcm-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen