Medizinische Informatik UKB und Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvertrag

Die Bundeswehr kann künftig ärztliches, zahnärztliches sowie tierärztliches Personal zur Weiterbildung in Medizinischer Informatik an die Stabsstelle Medizinisch-Wissenschaftliche Technologieentwicklung und -koordination (MWTek) des Universitätsklinikums Bonn (UKB) entsenden.

„Mit seinem breiten Spektrum an Fachkompetenz setzt das UKB auch im Bereich Digitalisierung Maßstäbe. Wir freuen uns sehr, als anerkannte Weiterbildungsstätte von jetzt an auch ärztliches Personal der Bundeswehr in Medizinischer Informatik weiterbilden zu können“, sagt Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKB. 

Um die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr voranzutreiben, ist der Aus- und Aufbau einer medizininformatischen Fachexpertise wichtig. Die zukünftige Kooperation mit dem UKB ermögliche hierbei eine umfassende Weiterbildung mit militärischen und zivilen Anteilen. „Das UKB bildet aktuell bereits regelmäßig eigenes ärztliches Personal auf diesem Wege weiter. In der neuen Kooperation mit der Bundeswehr ist eine Weiterbildung im ersten Jahr von zunächst zwei Kolleginnen und Kollegen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr geplant“, betont PD Sven Zenker, Ärztlicher Leiter Stabsstelle Medizinisch-Wissenschaftliche Technologieentwicklung und -koordination (MWTek).

Praxisrelevante Themen

Die Zusatzweiterbildung Medizininformatik der Stabsstelle MWTek am UKB umfasst ein breites Spektrum praxisrelevanter Themen an der Schnittstelle zwischen Patientenversorgung und Informationstechnologie. Aufgrund der besonders interdisziplinär angelegten Struktur der Stabsstelle können besondere Kenntnisse in den Bereichen Einführung, Betrieb sowie Qualitäts- und Risikomanagement von klinischen Routinesystemen und IT-Infrastrukturen für die translationale Forschung (Umsetzung von Forschungsergebnissen aus der Medizin in die Gesundheitsversorgung) vermittelt werden.

Die Inhalte umfassen:

  • technische Grundlagen der Informationsverarbeitung bei klinischen Routinesystemen
  • Spezifika der informationstechnologiegestützten medizinischen Informationsverarbeitung
  • hochaktuelle Verfahren der automatisierten Biosignal- und Bilddatenverarbeitung und -analyse

Auch die an der Schnittstelle zur translationalen Wissenschaft und zum Management angesiedelten Bereiche wie Biometrie, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie stehen auf der Agenda. Themen, die auch beim Sanitätsdienst der Bundeswehr zum Programm gehören. Telemedizinische Anwendungen zur qualifizierten fachlichen Versorgung der Soldatinnen und Soldaten finden sich in den Auslandseinsätzen an Land und auf den Schiffen. Aber auch das Kompetenznetz des Sanitätsdienstes erfordert zunehmend Fachkenntnisse sowohl bei den Planern, aber auch bei der umsetzenden Ärzteschaft. Diese Erfahrungen und Hintergründe werden am UKB vermittelt.

Die Weiterbildung dauert in der Regel zwölf Monate in Vollzeit. Sie findet in der Stabsstelle MWTek statt, die als Dienstleister zwischen Patientenversorgung, Wissenschaft und Technologie interne Beratungs-, Konzeptionierungs-, Entwicklungs- und Betriebsaufgaben für innovative Projekte aller Art übernimmt.