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Umfrage Trinkwasseranlagen oft veraltet

Partner für Wasser e.V. hat Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nach ihrer Trinkwasserhygiene befragt. Bei der Ergebnisauswertung zeigte sich u.a., dass 30 Prozent der Trinkwasserinstallationen zwischen 25 und 100 Jahre alt sind.

Themenseite: Hygiene kompakt
Trinkwasseranlagen oft veraltet
Jedes zweite Krankenhaus hatte schon einmal Probleme mit dem Trinkwasser. Bei den Pflegeeinrichtungen sind es weniger. -

Zwei Punkte waren es, die Partner für Wasser e.V. (PfW)  bei der Auswertung ihrer Umfrage zum Thema Trinkwasserhygiene in Krankenhäusern und Pflegeheimen „überrascht“ haben:

  • Gut 30 Prozent der Trinkwasserinstallationen sind zwischen 25 und 100 Jahren alt und
  • bei mehr als 70 Prozent, gab schon einmal Leckagen bei der Anlage.

Zwischen diesen beiden Ergebnissen besteht laut PfW eine enge Korrelation. Hinzu kommt, dass zwei Drittel der Befragten Einrichtungen im Zusammenhang mit Leckagen von fehler- oder schadhaftem Material sprechen.

Weiterhin hat die Umfrage u.a. folgende Ergebnisse geliefert:

  • Nur etwa jede zweite Trinkwasseranlage wurde einem externen oder internen Audit unterworfen.
  • Zwei Drittel der befragten Einrichtungen setzen keine zusätzlichen Wasseraufbereitungsverfahren zur Gewinnung von hygienisch einwandfreiem Trinkwasser ein.
  • Circa 60 Prozent der Einrichtungen nutzen die Erwärmung des Wassers auf mehr als 60 Grad, um Risiken für eine Qualitätsbeeinträchtigung des Trinkwassers zu vermeiden. Knapp 45 Prozent gaben an, die Wartungs- und Reinigungsintervalle strikt einzuhalten. Jede fünfte Einrichtung übernahm keinerlei Maßnahmen zur Risikovorsorge.
  • Ein Drittel der Einrichtungen gab an, schon einmal ein Problem wie Legionelle oder E.coli-Bakterien gehabt zu haben. Circa 40 Prozent verneinten das. Mehr als jedes vierte Unternehmen konnte dazu keine Angaben machen.

„Wir sind zunächst froh, dass unsere Umfrage auf relativ große Offenheit stieß“, sagt der Studien- und Leiter am Institut für empirische Sozialkommunikation (I.E.S.K.) in Düsseldorf, Dr. Uwe Pöhls. Das sei ein Zeichen für Know-how-Bedarf und Transparenz. „Der Umgang mit der Trinkwasserinstallation und mögliche Probleme im Betrieb sind kein Tabuthema mehr.“

Details zur Umfrage

Die Umfrage fand im September 2016 online und am Telefon statt. Kontaktiert wurden Ansprechpartner der Trinkwasserhygiene. Die Stichprobengröße der Grundgesamtheit von 13.300 Einrichtungen betrug 1.500, die Responsequote lag bei 20,6 Prozent.

Über Partner für Wasser e.V.

Die Partner für Wasser e.V. haben sich im Januar 2016 in Berlin mit dem Ziel gegründet, für mehr Hygiene und Sicherheit im Umgang mit Trinkwasser in den sensiblen Einrichtungen der Daseinsvorsorge einzutreten. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Firmen Grünbeck Wasseraufbereitung, Hansa Armaturen und Uponor als Installationsspezialist. Der Expertenbeirat setzt sich fachlich versierten Persönlichkeiten zusammen. Im Frühjahr 2016 hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, den Healthcare-Bereich stärker für die Trinkwasserhygiene zu sensibilisieren. „Die Auswertung der Umfrageergebnisse zeigt, dass der Bereich Trinkwasserhygiene viel mehr Aufmerksamkeit verdient, weil er maßgeblich Einfluss auf die Gesundheit der Patienten hat“, sagt Joachim Stücke, Vorsitzender der PfW

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