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Therapeutische Herzkatheter: erhebliche Qualitätsunterschiede

Mit welcher Qualität die Kliniken therapeutische Herzkatheterbehandlungen bei Patienten ohne Herzinfarkt durchführen, ist nun erstmals im AOK-Krankenhausnavigator veröffentlicht.

Therapeutische Herzkatheter: erhebliche Qualitätsunterschiede

Herzkatheteruntersuchungen zählen zu den häufigsten Eingriffen bei koronarer Herzkrankheit. Dabei wird ein Katheter in die Herzarterien eingeführt und die Herzkranzgefäße werden mit einem Kontrastmittel sichtbar gemacht. Sind sie verengt, können sie durch eine perkutane koronare Intervention (PCI) über den Katheter gedehnt und mit einem Stent versehen werden. Allein im Jahr 2010 gab es in Deutschland mehr als 880.000 Koronarangiografien. Etwa bei jeder dritten Untersuchung wurde ein therapeutischer Herzkatheter, eine perkutane koronare Intervention (PCI), durchgeführt.

"In Deutschland gibt es gut die Hälfte mehr therapeutische Herzkatheterbehandlungen pro Einwohner als in der Schweiz oder Österreich", sagt WidO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Grund genug, die Qualität von PCIs mit Hilfe des Verfahrens "Qualitätssicherung mit Routinedaten" (QSR) zu untersuchen. Ausgewertet wurden die Daten von 443 Kliniken. Insgesamt wurden rund 100.500 PCIs aus den Jahren 2008 bis 2010 analysiert. "Im Ergebnis zeigte sich, dass es bei jedem sechsten therapeutischen Herzkatheter zu einer Komplikation oder einem qualitätsrelevanten Folgeeingriff kam", so Klauber. Von Komplikationen wie Gefäßverletzungen, Blutungen oder Nierenschäden waren 7,2 Prozent der Patienten betroffen. 0,7 Prozent der Patienten verstarben gar innerhalb von 30 Tagen nach der PCI. Bei 10,0 Prozent erfolgte im Zeitraum von 91 Tagen bis zu einem Jahr eine erneute Katheterintervention. 1,7 Prozent mussten sich im Zeitraum von 31 Tagen bis zu einem Jahr nach der Erstbehandlung einer Bypass-OP unterziehen. Insgesamt kam es bei 7,5 Prozent der Patienten zu einer Komplikation, bei 11,4 Prozent zu einem qualitätsrelevanten Folgeeingriff und bei 17,7 Prozent zu mindestens einem dieser Ereignisse. Das Risiko einer Komplikation oder eines Folgeeingriffs ist laut WIdO sehr ungleich zwischen den Krankenhäusern verteilt. So lag der Anteil der Komplikationen und Folgeeingriffe in 63 Kliniken bei höchstens 12 Prozent. 120 Kliniken hatten dagegen Ereignisraten von 20 Prozent oder darüber.

Nähere Informationen: www.wido.de

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