Telemedizin -

Uniklinik Frankfurt und Klinikum Kassel TeleCovid-App vernetzt Krankenhäuser in Hessen

Die TeleCovid-App unterstützt Krankenhäuser in Hessen bei der Behandlung und Verlegung von Intensivpatienten. Damit können auch Kliniken mit einer kleineren Intensivkapazität Zweitmeinungen einholen oder die Verlegung in ein Spezialzentrum vorbereiten.

Topic channels: Corona-Pandemie und Telemedizin

Die stationäre Versorgung in Hessen wird nun um einen neuen Baustein erweitert. "Mit der TeleCovid Hessen App stellen wir eine telemedizinische Lösung bereit, die eine noch engere Vernetzung der hessischen Krankenhäuser ermöglicht", erklärt Gesundheitsminister Kai Klose. In Hessen existiert ein dichtes Netz aus 79 Krankenhäusern in sechs Versorgungsgebieten, die eine flächendeckende intensivmedizinische Versorgung sicherstellen. Sie werden durch 13 weitere Krankenhäuser unterstützt. Die TeleCovid-App unterstützt diese Krankenhäuser bei der Behandlung von Intensivpatienten und der Verlegung von Patientinnen und Patienten, indem sie die kooperierenden Krankenhäuser mit ihren koordinierenden Krankenhäusern im jeweiligen Versorgungsgebiet vernetzt.

Durch die App haben auch Krankenhäuser mit einer eher kleineren Intensivkapazität die Möglichkeit, eine Zweitmeinung eines weiteren intensivmedizinischen Kollegen oder einer Kollegin einzuholen oder bei Notwendigkeit eine Verlegung in ein spezialisiertes Zentrum vorzubereiten. Von der App profitieren sowohl die Patientinnen und Patienten, denen Verlegungen erspart bleiben können, als auch die Krankenhäuser.

TeleCovid Hessen ist die zielgerichtete Weiterentwicklung des Projektes "Tele-Intensiv-Medizin Hessen". Dieses vom Land Hessen geförderte Projekt wurde vom Klinikum Kassel und dem Universitätsklinikum Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Entwickler Awesome Technologies Innovationslabor GmbH durchgeführt.

App greift nicht auf KIS zu

"Der Vorteil der App ist, dass diese bewusst nicht auf die Krankenhausinformationssysteme zugreift. Somit ist sichergestellt, dass sie einfach und voraussetzungsfrei in jedem Krankenhaus funktioniert. Sie ermöglicht die Übertragung von Bilddateien und Videotelefonie in einer verschlüsselten, geschützten Umgebung und bietet somit einen Raum zur schnellen kollegialen Abstimmung über verschiedene Häuser hinweg", erläutern die Wegbereiter des Projektes: Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski, Direktor der Klinik Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Frankfurt am Main und aktueller Präsident der europäischen Fachgesellschaft für Anästhesiologie & Intensivmedizin (ESAIC) sowie Prof. Dr. Ralf Muellenbach, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Klinikums Kassel.

Bestandteile des Projektes TeleCOVID Hessen

Das Land Hessen unterstützt das Projekt TeleCovid (Telemedizinische Vernetzung der Covid-19 Versorgung) mit drei Elementen:

  • Das Land stellt jedem an der intensivmedizinischen Versorgung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten beteiligten Krankenhaus Hardware zur Verfügung, beschafft für alle beteiligten Krankenhäuser die notwendigen Lizenzen und trägt bis zum 31. Dezember 2021 die Kosten für die technische Infrastruktur. Zudem werden Informationsveranstaltungen angeboten.
  • Das Land zahlt bis zum 30. September 2021 den Krankenhäusern eine Aufwandsentschädigung zur Abgeltung aller vor Ort anfallenden Kosten.
  • Um eine flächendeckende Nutzung sicherzustellen, regelt das Land die Nutzung in einem Erlass.
Die Umsetzung erfolgt zunächst im Versorgungsgebiet 1 Kassel. Mit einem zeitlichen Versatz – der es auch ermöglicht, die im Versorgungsgebiet 1 gemachten Erfahrungen zu berücksichtigen – werden die restlichen Versorgungsgebiete schrittweise in das Projekt aufgenommen.
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