Endoprothesenregister Teilnehmende Kliniken sind nun öffentlich

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Patientensicherheit

Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) hat erstmals eine Liste von Kliniken veröffentlicht, die am EPRD teilnehmen und bereits regelmäßig Daten an das Register liefern. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) ruft dazu auf, dass sich die Kliniken stärker beteiligen. (

Insgesamt 684 Krankenhäuser sind inzwischen für die Teilnahme am EPRD registriert. Welche das sind, ist nun unter www.eprd.de zu erfahren. Die Liste beginnt bei den Arcus-Kliniken (Pforzheim) und endet mit dem Waldkrankenhaus Rudolf Elle GmbH (Eisenberg). Der vdek bemängelt jedoch, dass lediglich rund 100 Einrichtungen regelmäßig Daten für die wissenschaftliche Auswertung an das Register übermitteln. Die übrigen lieferten „noch zu selten“, sagt vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. Sie entzögen sich dem notwendigen Qualitätswettbewerb in der medizinischen Versorgung mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken. Elsner fordert die Kliniken auf, mehr dazu beizutragen, die Versorgung zu verbessern. An die Adresse der Politik richtet Elsner die Forderung nach einer zügigen Einrichtung eines verpflichtenden Implantateregisters. Diese wurde damals auch von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe in deren Eckpunkten erhoben. „Im Sinne der Patientensicherheit und für Versorgungsqualität wäre ein verpflichtendes Implantateregister ein wichtiger und begrüßenswerter Schritt“, sagt sie. Derzeit ist die Teilnahme am EPRD für Krankenhäuser freiwillig.

Zahlen und Fakten

Insgesamt sind bislang knapp 220.000 Operationen im EPRD dokumentiert. 2015 wurden rund 140.000 Hüft- und Kniegelenkseingriffe im Register erfasst und damit etwa ein Drittel aller bundesweit durchgeführten Operationen. Ziel ist es, alle endoprothetischen Eingriffe an Knie und Hüfte in Deutschland aufzunehmen. Das EPRD ist eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und der Neutralität und Unabhängigkeit verpflichtet. Am EPRD beteiligen sich Krankenhäuser, AOKen, Ersatzkassen sowie Prothesenhersteller. Das EPRD wird finanziell, organisatorisch und mit Know-how vom vdek, dem AOK-Bundesverband und dem Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt. Vom Bundesministerium für Gesundheit erhielt das EPRD mehrfach Fördermittel.