Informationstechnik -

Einsatz von Kommunikationstechnik und Spracherkennung im Alltag Technologie sinnvoll nutzen

Die Kommunikation ist der Schlüssel zur Seele. Bisher bestand dieser Schlüssel aus verbaler, nonverbaler und paraverbaler Kommunikation. Seit einigen Jahren werden unsere Kommunikationsstrukturen revolutionär verändert.

Topic channels: Informationstechnik und Patientenkommunikation

Technologische Erfolge in den Bereichen von Kommunikation und Information werden als Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zusammengefasst und beschreiben die Entwicklung in den Sektoren Informationstechnologie (IT) sowie der Telekommunikation (TK). Hierbei können Informationen durch die Umformung dieser, im Rahmen eines Algorithmus verarbeitet, ausgewertet und beantwortet werden. Raum, Zeit und die computergestützte Berechnung spielen hier die entscheidenden Rollen.

Der Raum beschreibt das Sender-Empfänger-Modell, das die Grundlage und Basis jeder Kommunikation darstellt. Der Sender codiert seine Botschaft an den Empfänger, der diese decodiert und durch sein Feedback die Rückmeldung an den Sender zurückgibt, dass er die Botschaft verstanden hat. Dieses menschliche Phänomen wird technisch aufgeschlüsselt und erfasst. Mit dem Begriff der Zeit sind Moment und Aspekt der Speicherung des Nachrichtenaustauschs abgebildet. Aus beiden Elementen berechnet der Computer geregelte Möglichkeiten, um diese weiter zu nutzen.

Wie alles begann

Begonnen hat dieser Prozess der neuen Kommunikationsepoche in den 1980er Jahren mit der Digitalisierung der Fernsprechnetze. In den 1990er Jahren begann eine durch den neuen Industriezweig entstehende Diversifikation (Expansion des Geschäftszweiges), die durch die Verbreitung des Internets (2000) und die damit verbundene Rolle der IP-basierten Dienste (Internet Protocol) als IP-Netzwerke und IP-Telefonie bahnbrechende Veränderungen jeglicher Kommunikationsanwendungen zur Folge hatte.

Die technisch gestützte Kommunikation veränderte bisher die Landschaft der Berufswelt, des Studiums, der Industrie, der Politik und des Managements. Im Rahmen der automatischen Spracherkennung als eine Kombination aus Informatik, Ingenieurswissenschaften und Computerlinguistik entstand das gesprochene Wort als Datensammlung und wird in der Gegenwart als biometrisches Verfahren zur Personenidentifikation genutzt (Forschungsbeginn bereits in den 1960er Jahren).

Auf der CeBIT, der Messe für Informationstechnik, stellte IBM im Jahr 1991 ein Spracherkennungssystem vor, das bis zu 30.000 Worte erkennen und verarbeiten konnte. Auch dicht beieinanderliegende Worte (Homophone) konnten technologisch differenziert werden. Der Wortschatz bei sprecher­abhängiger Nutzung liegt heute bei 300.000 Wörtern. 2011 stellte Apple schließlich Siri vor, eine Spracherkennungssoftware, die für jede Person und unter allen äußeren Bedingungen nutzbar ist (sprecherunabhängig). Und die Forschung schreitet voran. Gegenwärtige Versuche zum Deep Learning finden statt. Hierbei lernen Maschinen selbstständig und entwickeln ein neuronales Netz, das aus der Gehirnstruktur der Menschen abgeleitet ist. Der kommunikative Austausch steht somit vor einer erneuten Kommunikationsrevolution. Ein Wachstum des Marktes liegt im Bereich der IT bei 25 Prozenet jährlich.

Mensch-Maschinen-Interaktion

Zukünftig wird ein anregendes Gespräch nicht ausschließlich zwischen zwei Menschen stattfinden, sondern zwischen Mensch und Maschine, da die Maschine durch ihr neuronales Netzwerk in der Lage ist, eigene Gedanken zu bilden und diese zu diskutieren (Sprachsynthese). Maschinen werden so programmiert, dass sie von den Lippen ablesen können. Grundlage ist hier die Hochsprache. Dialekte und Soziolekte (Sprachsequenzen innerhalb einer festen menschlichen Gruppe) können aktuell noch nicht maschinell adaptiert werden. Dennoch ist die Spracherkennung im Alltag längst Normalität geworden.

Spätestens mit dem Einzug von Alexa im Jahr 2015 in Amerika und 2016 in Deutschland ist die Unterhaltung zwischen Mensch und Maschine in den privaten Haushalten angekommen. Der geschätzte Absatz liegt bei mehr als 20 Millionen Geräten jährlich. Und die Fortsetzung folgt. Vermutlich wird Facebook in Kürze eine Technologie auf den Markt bringen, welche die Gesichtserkennung automatisiert.

Rasante Entwicklungen

Die künstliche Intelligenz (KI) ist zum digitalen Assistenten des menschlichen Lebens geworden. Sprachsteuerung und Interface gelten als niederschwellige Interaktion mit der digitalen Welt und dienen dazu, den Menschen an die neue Epoche heranzuführen. Grenzen werden neu definiert und die Technologie der Gegenwart gilt als Brückentechnologie in eine noch belebtere Zeit der Robotik.

Roboter werden im Gesundheitssektor regelmäßig eingesetzt und in wenigen Jahren wird es keine Klinik mehr geben, die nicht durch KI unterstützt wird. Im operativen Bereich ist das nahezu bereits gelebter Alltag. Pretests laufen darüber hinaus z.B. in der Erfassung der Vitalparameter für jeden Besucher, der ein Kranken­haus betritt. Ältere Menschen werden durch die Roboter-Robbe Paro unterstützt und erleben positive Emotionen. Auch humanoide Roboter kommen in der Altenpflege zum Einsatz. Sie unterhalten sich mit den Bewohnern, singen mit ihnen und scheinen ihre Sorgen zu begreifen. Paula und Robbi sind zuverlässig und stetig freundlich. Sie sind in der Lage zu erkennen, wie der Gesundheitszustand eines Bewohners ist, und können im Zweifel die unterbesetzten Pflegekräfte informieren. Was noch in Zeiten Charlie Chaplins, der mit dem Film „Moderne Zeiten“ in eine fiktive Welt blickte, undenkbar war, ist heute Normalität.

Digitale Assistenten unterstützen bereits den Straßenverkehr, sie könnten die Einkaufswelt der Zukunft steuern und übernehmen schon heute die Einstellungen im Eigenheim hinsichtlich Temperatur und Kühlschrankfüllung. WhatsApp und Co. sind Vorläufer einer Sprachplattform der Firma iFlytek, die 500 Millionen Nutzer in China gewinnen konnte.

Der Nutzer erlebt ein Zeitalter, das davon geprägt ist, dass eine Zeit vor der neuartigen Technologie nicht mehr denkbar ist („progress of no return“, Fortschritt ohne Widerkehr). Dieser Prozess setzt sich in rasanter Geschwindigkeit fort. Der Nutzer gewinnt an Bequemlichkeit und macht sich zunehmend wenig Gedanken darum, dass Profile seines Verhaltens im Background entstehen. Gesichts- und Spracherkennungen sowie Gesundheits- und Fitnesstracker, die das Ernährungs- und Bewegungsverhalten auswerten und steuern, sind Alltag. Auswirkungen auf die Gesundheit entstehen nicht nur im positiven Sinne.

Die Folgen einer stetigen Technologiezunahme fordern einen Menschen, der klare Entscheidungen trifft und somit die Technologie letztendlich steuert. Es ist ein Balanceakt, der die Frage in den Raum stellt, wer wen steuert und v.a. wem die Macht der letztendlichen Steuerung zukünftig obliegt. Die Konsequenzen für den Menschen, sollten abschätzbar und tragbar sein.

Fazit

Grenzenlose Möglichkeiten faszinieren den Menschen von je her und machen Entwicklung möglich. Im Zeitgeschehen ist jedoch eine Entwicklung im Entstehen, die die Seele des Menschen nachhaltig verändern kann. Humanethische Gedanken müssen gepflegt und wirtschaftliche Interessen nicht als einziger Luxus begriffen werden. Als Herausforderung gilt es, Technologien sinnvoll zu nutzen. Die Bildung des Menschen darf nicht brachliegen. Sie muss breitgefächert gefördert werden, da nur ein kritisch denkender Mensch erkennen kann was mit dem Satz „Opium fürs Volk“, der aus einer anderen Epoche stammt, gemeint ist.

Das Selbstwertgefühl eines Menschen darf nicht hinter der Perfektion einer Maschine, die natürlich formvollendet agieren zu scheint und immer korrekte Vorschläge unterbreitet, eingebüßt werden. Ein intelligenter Mensch nutzt voller Neugierde und Freude die ihm zur Verfügung stehende Technologie, erleichtert sein Leben und nimmt sich Zeit, den Verlauf seines Lebens kritisch zu hinterfragen. Somit wären beide Seiten von einer hohen Intelligenz geprägt: die Maschine und der Mensch.

Die manuelle Texteingabe wird zukünftig vollständig durch die Spracherkennung ersetzt werden und den „progress of no return“ weiter voranbringen. Dabei hat die Maschine den Nutzen, dem Menschen zu dienen und neue Forschungsergebnisse zu liefern. Der Innovationsgeschwindigkeit standzuhalten, sein unabhängiges Denken und Handeln zu bewahren, bleibt die Aufgabe des Menschen. Beide Kommunikationsexperten bedingen sich somit unwiederbringlich gegenseitig und sind im Dialog miteinander.

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